Gastbeitrag
Weder Markt noch Plan
Die Organisationswirtschaft als dritter Typus – und warum die Soziale Marktwirtschaft sie nicht erkennt

Die gängige Selbstbeschreibung der deutschen Wirtschaftsordnung lautet: Marktwirtschaft mit Korrekturen. Sie ist falsch – nicht weil zu viel korrigiert würde, sondern weil sich der Koordinationstypus selbst gewandelt hat. Was sich herausgebildet hat, ist weder Sozialismus noch Markt, sondern ein dritter Typus: die Organisationswirtschaft. Wer ihn nicht benennt, verfehlt die Diagnose – und damit den Reformbedarf.

Gastbeitrag
Alle wollen Reformen – zahlen sollen die anderen
Zur Politischen Ökonomie der Blockade

Die Reformmisere gilt als Versagen der Politiker – oder, neuerdings, als Versäumnis eines Volkes, das sich „hängen lässt“. Beide Diagnosen verfehlen den Kern. Reformblockaden sind keine Frage von Charakter oder Klugheit, sondern von Anreizen: Immer mehr Menschen verlangen Reformen, doch zahlen und verlieren sollen andere. Der Beitrag zeigt die Blockade als Gleichgewicht einer Ordnung, in der Fordern und Bezahlen auseinanderfallen, und argumentiert ordnungspolitisch: Nicht ein gebessertes Volk und nicht ein Regieren gegen das Volk, sondern Regeln, die Entscheider und Folgenträger zusammenführen, sind das wirksamste Gegenmittel.

Gastbeitrag
Deutschland als Entwicklungsland
Wie eine reiche Ordnung ihre Entwicklung blockiert

„Deutschland wird ein Entwicklungsland“ – so lautet das Urteil von Michael Every, Global Strategist der Rabobank, über die Bundesrepublik. Eine Polemik? Nein: eine analytisch belastbare Hypothese. Denn Deutschland durchläuft strukturelle Muster, die Ökonomen aus der Entwicklungsökonomie kennen – Energieabhängigkeit, Deindustrialisierung ohne Ersatz, Investitionsflucht, Reformunfähigkeit. Der eigentliche Befund ist jedoch ordnungspolitischer Natur: Es ist nicht Politikversagen, das Deutschland lähmt, sondern eine Ordnung, die ihre eigene Erneuerung systematisch erschwert.

Gastbeitrag
Wenn der Staat sich selbst bestiehlt
Kleptokratie als Ordnungsproblem moderner Staatlichkeit

Kleptokratie gilt als Problem autoritärer Regime. Doch sie ist keine Frage von Kultur oder Charakter, sondern von Ordnung. Wo staatliche Macht diskretionär wird, Haftung erodiert und Regeln verhandelbar sind, wird der Staat zur Beute – auch in formalen Demokratien. Der Beitrag zeigt Kleptokratie als Pathologie moderner Staatlichkeit und argumentiert ordnungspolitisch: Nicht mehr Kontrolle, sondern konsequente Regelbindung ist das wirksamste Gegenmittel.

Gastbeitrag
Eigentum als Ordnung – nicht als Privileg

Privateigentum ist kein verhandelbares Privileg, sondern eine zentrale Institution der Marktwirtschaft und eine Voraussetzung individueller Freiheit. Wird Eigentum politisch konditioniert oder moralisch relativiert, verliert die marktwirtschaftliche Ordnung ihre innere Logik – und der Raum gesellschaftlicher Selbstbestimmung wird enger. Eine freie Gesellschaft kann ohne gesichertes Eigentum und die freie Verfügung darüber nicht bestehen.

Gastbeitrag
Ordnungspolitik in der Krise – Warum gerade jetzt
Eine systemanalytische Widerlegung des Kriseninterventionismus

Wenn die Krise kommt, soll der Staat „mitspielen“ statt „schiedsrichtern“ – so die interventionistische Formel. Preisdeckel, Bailouts, Subventionen gelten als Gebot der Stunde. Doch das Gegenteil ist richtig: Gerade in Krisen verschärfen Eingriffe das Wissensproblem, zerstören stabilisierende Feedbacks und werden dauerhaft. Ordnungspolitik ist keine Schönwetterdisziplin – sie ist die einzige Krisenpolitik, die langfristig funktioniert.

Gastbeitrag
Was 1923 uns heute lehrt
Der Staat und das Komplexitätsproblem

Vor 102 Jahren endete mit der Einführung der Rentenmark die deutsche Hyperinflation. Meist gilt sie als Mahnung vor exzessiver Geldpolitik – doch die tiefere Ursache war ein strukturelles Staatsversagen. Der Staat versuchte, durch Inflation und Intervention wirtschaftliche und soziale Probleme zu steuern – und zerstörte damit die Grundlagen der Koordination. Die eigentliche Lehre von 1923 lautet: Komplexe Ordnungen lassen sich nicht zentral planen. Ordnungspolitik ist angewandte Komplexitätstheorie – und aktueller denn je.

GastbeitragInterventionismus als BumerangZur politischen Ökonomie von Außen- und Sicherheitspolitik

Wirtschaftliche Freiheit, der Name des Ordnungspolitischen Journals, ist eine Maxime für viele Herausforderungen weit über die Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie hinaus. Politische Praxis und Analytik sind …