Künstliche Intelligenz: Weltuntergang oder „Just Relax“?
Eine neue Politik für den Strukturwandel

Wohlstandsmaschine oder „Ende der Welt“? Die Welt diskutiert kontrovers über KI. Die Skeptiker fordern, wie im Manifest „We must act now“, KI stärker zu regulieren. Sicher ist, KI wird den Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ verändern. Viel spricht dafür, dass sie ihn beschleunigt. Die Historie disruptiver Technologien verspricht höheren Wohlstand. Wenig spricht dafür, dass uns die Arbeit ausgeht. Einiges spricht dafür, dass sich der Wohlstand stärker konzentriert. Alles deutet darauf hin, dass sich die fiskalische Schieflage der umlagefinanzierten Sozialversicherung verstärkt. Die Politik hat es in der Hand, wie sich die Marktmacht großer Anbieter von KI entwickeln wird.

Gastbeitrag
Ganzheitliche Intelligenz (GI)
Wenn Mensch und KI Wissenschaft neu denken

Die größte wissenschaftliche Revolution unserer Zeit wird nicht im Labor stattfinden, sondern an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Wenn menschliche Genialität auf die Rechenkraft Künstlicher Intelligenz (KI) trifft, könnte uns eine „Neo-Renaissance“ bevorstehen. Freilich birgt lernfähige KI auch gigantische Risiken, wenn sie sich verselbstständigt und gegen die Menschen richtet. Dieser Aufsatz beleuchtet die Chancen bei dieser Gratwanderung und zeigt, wie aus der Symbiose von Mensch und kontrollierter KI gigantischer Fortschritt entstehen kann – mit dem Menschen als strategischem Dirigenten und der KI als hocheffizientem Assistenten.

Replik
Klimaneutraler Strom
Systemkosten statt Technologieziele

Christoph Maurers Beitrag „Der Weg zum klimaneutralen Energiesystem“ ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion um die zukünftige deutsche Stromversorgung. Bemerkenswert ist, wie weit seine Analyse und unsere Studie „Der klimaneutrale Strommix der Zukunft“ in zentralen Punkten übereinstimmen. Dennoch gibt es einen Dissens. Dieser betrifft jedoch weniger die grundlegenden technisch-ökonomischen Zusammenhänge als vielmehr deren Bedeutung und die daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen.

Gastbeitrag
Die zwei Gesichter der Künstlichen Intelligenz

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Werkzeuge. Erst erfanden wir den Faustkeil, viel später die Dampfmaschine und schließlich den Computer. Mit all diesen Erfindungen haben wir unsere Muskeln entlastet oder das Rechnen beschleunigt. Doch die Erfindung der Künstlichen Intelligenz (KI) stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten: Zum ersten Mal bauen wir eine Maschine, die das ersetzt, was uns als Menschen eigentlich ausmacht: unser Denken, unsere Kreativität, unsere Logik. Während frühere Technologien den Menschen eher assistierten, droht KI ihn zu ersetzen.

Weniger nationale Vermeidung, mehr lokale (regionale) Anpassung
Subsidiarität, fiskalische Äquivalenz, Gemeinschaftsaufgabe

Mit den „Unannehmlichkeiten des Sommers“ (Hitze, Wasser, Brände) steigt die Bereitschaft, die Klimapolitik zu überdenken. Die nationale Klimapolitik der Vermeidung ist nackt („Des Kaisers neue Kleider“). Außer (hohen) Spesen nichts gewesen? Die Klimapolitik muss neu austariert werden. Das Gewicht der Vermeidung muss verringert, die Bedeutung der Anpassung erhöht werden. Klimaanpassung ist vor allem eine lokale und regionale Aufgabe. Gefragt ist mehr (dezentraler) wettbewerblicher Föderalismus. Adaptation, Subsidiarität, Konnexität und fiskalische Äquivalenz passen gut zusammen. Eine neue zentralistische Gemeinschaftsaufgabe „Klimaanpassung“ ist dagegen keine gute Idee.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrie
Kurzfristige staatliche Hilfe wäre möglich

Der Industriestrompreis soll die deutsche Industrie vor dem Exodus retten. Der gilt aber nur für drei Jahre, von 2026 bis 2028, und auch nur für die Hälfte des Stromverbrauchs eines begünstigten Unternehmens. Ohne diese und weitere Bedingungen wurde diese staatliche Beihilfe nicht von der EU-Kommission genehmigt. Nachhaltiger und unkomplizierter könnte der Strompreis gesenkt werden, wenn die Abgaben und Umlagen darauf gestrichen und aus dem Staatshaushalt bezahlt würden. Da hätte die EU-Kommission nichts mitzureden.

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