Gastbeitrag
Markt und Moral
Gegner oder Partner?

Markt und Moral werden oft als Gegensätze gesehen: hier der kalte, vermeintlich von Egoismus getragene, rationale Markt, dort die warmherzige, altruistische und werteorientierte Moral. Dies ist die Sichtweise der zahlreichen Marktkritiker. Dabei gerät die gegenseitige Bedingtheit aus dem Blick. Der Markt benötigt nämlich die Moral als Fundament – denn ohne Vertrauen und Rechtssicherheit kann kein Handel existieren und sich kein Markt etablieren. Umgekehrt benötigt die Moral die Effizienz des Marktes, um den Wohlstand zu erwirtschaften, der ein würdevolles Leben und eine gerechte Güterverteilung überhaupt erst ermöglicht.

Chinesische Industriepolitik
Wieviel Markt steckt in Chinas Plan?

China ist wirtschaftlich erfolgreich. Seine Führungselite setzt auf einen starken Staat, der diskretionär in das Marktgeschehen eingreift und die Volkswirtschaft in die Zukunft steuert. Daran ändern (bisher) auch Überkapazitäten und Immobilienkrise nichts. Aber auch in China wachsen die (industriepolitischen) Bäume nicht in den Himmel. Eine Korrektur der Mechanismen staatlicher Industriesteuerung ist mittelfristig unvermeidlich.