Archiv der Kategorie 'Wissenschaftstheoretisches'

Die Ökonomen und die Liebe zum Markt

Freitag, den 15. September 2017

Wenn ein Geologe sagt, daß er die Berge liebt, die er wissenschaftlich untersucht, dann wird ihm daraus niemand einen Strick drehen. Im Gegenteil, man wird die Aussage so verstehen, daß wir es mit einem hochmotivierten, von seinem Forschungsgegenstand begeisterten Wissenschaftler zu tun haben. Und das, obwohl wir alle wissen, daß Berge auch Probleme bereiten können. […]

Gastbeitrag
Verhaltensökonomische Politikberatung

Dienstag, den 28. März 2017

Was kann die Verhaltensökonomik für die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung leisten? Mit dem spektakulären Erfolg des sogenannten „Libertären Paternalismus“ und seiner vieldiskutierten „Nudge“-Agenda gewinnt diese Frage immer mehr an Bedeutung. Während unter Ökonomen im deutschen Sprachraum die Skepsis zu überwiegen scheint, ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass verhaltensökonomisch informierte Politikberatung – Stichwort „Behavioral […]

Plurale Ökonomik (4)
Zum Elend der „Pluralismus-Debatte“
Und ein Vorschlag zur Güte

Freitag, den 2. Dezember 2016

Wie geht es eigentlich unserer alten Bekannten, der Dauerdebatte um die „unzureichende Vielfalt in der Ökonomik“? Die Volkswirtschaftslehre, so lesen wir, ist auf Sinnsuche, und angeblich nimmt das nun auch der altehrwürdige Verein für Socialpolitik zur Kenntnis. Die VWL findet sich, so hören wir, wieder im Spannungsfeld zwischen kritischen Studierenden, renitenten Professoren und einer Öffentlichkeit, […]

Plurale Ökonomik (3)
Die Sinnsuche in den Wirtschaftswissenschaften
Anmerkungen zum neuen Buch von Philip Plickert

Mittwoch, den 23. November 2016

Wie schon im Vorjahr so hat auch in diesem Jahr die Bundeskanzlerin bei der Übergabe des Sachverständigenrat-Gutachtens vor der Bundespressekonferenz stante pede, ohne eine einzige Zeile vorher gelesen zu haben, öffentlichkeitswirksame Kritik an zentralen Aussagen des Gutachtens geübt. Fünf gestandene Professoren der Wirtschaftswissenschaften wurden von einer promovierten Physikerin öffentlich in die Schranken gewiesen: Eine politische […]

Kann man aus der Geschichte der Menschheit lernen?

Freitag, den 15. Juli 2016

Historia magistra vitae est (Cicero, De oratore, II 36) Die Frage, ob man aus der Geschichte der Menschheit lernen kann und ob die Geschichte die Lehrmeisterin des Lebens ist, ist schon alt und auch ziemlich umstritten.[1] Wir wollen dieser Frage aus der folgenden Sicht nachgehen:

Nobelpreis
Empirie ernst nehmen
Der Nobelpreis für Angus Deaton

Samstag, den 12. Dezember 2015

In der Ökonomie gibt es viele Theorien, die sich breiter Zustimmung erfreuen und in Lehrbüchern schon als gesichertes Wissen dargestellt werden. Dabei liefern empirische Überprüfungen dieser Theorien durchaus widersprüchliche Resultate. Ein gutes Beispiel ist die private Ersparnisbildung von Haushalten, eine enorm wichtige Größe, da die private Ersparnis Investitionen ermöglicht und auch den privaten Konsum beeinflusst, […]

Neuer Paternalismus in der Praxis
Unspektakulär, aber trotzdem problematisch

Dienstag, den 6. Oktober 2015

Das Social and Behavioral Sciences Team (SBST) der amerikanischen Bundesregierung bemüht sich, ähnlich wie eine kürzlich für das Bundeskanzleramt rekrutierte Gruppe, die Regierung mit verhaltensökonomischem und psychologischem Wissen zu unterstützen. Die Amerikaner sind dabei deutlich vom Forschungsprogramm des sogenannten „liberalen Paternalismus“ inspiriert. Diesem geht es darum, durch eine gezielte Gestaltung von Entscheidungssituationen die betroffenen Individuen […]

Gastbeitrag
„Mehr Psychologie wagen!“
Warum eine psychologisch informierte VWL gute Argumente gegen staatlichen Interventionismus liefert

Freitag, den 2. Oktober 2015

Drei Thesen möchte ich aufstellen, welche nach meinem Eindruck gerade unter Ordnungs­ökonominnen und Ordnungsökonomen zu wenig anerkannt werden. Die zentrale These Nummer 3 werde ich dann ausführlicher entwickeln. Eine Beobachtung: Die VWL befindet sich seit nunmehr mindestens zwei Dekaden im mühsamen Prozess einer paradigmatischen Öffnung hin zur Nachbarwissenschaft Psychologie. Eine Empfehlung: Ordnungsökonomen sollten sich diesem […]

Plurale Ökonomik (2)
Was ist richtig an der Kritik heterodoxer Ökonomen?

Mittwoch, den 23. September 2015

Anfang September 2015 wurde an der Universität Münster die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik, der Vereinigung der deutschsprachigen Volkswirte, durchgeführt. Neben der eigentlichen Vereinskonferenz wurde zeitgleich eine von den Medien durchaus beachtete „Konkurrenztagung“ des Netzwerks Plurale Ökonomik (im Folgenden: NPlÖ) organisiert. Ein Grund dafür sei, dass der Verein ihm keine Sessions zur eigenen Organisation bereitstellt, […]

Plurale Ökonomik (1)
„Pluralismus“ in der VWL: Bewegt Euch!

Freitag, den 11. September 2015

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass das schwierige Verhältnis zwischen den sogenannten „Pluralisten“ innerhalb der VWL und dem im Verein für Socialpolitik (VfS) organisierten ökonomischen „Mainstream“ medial diskutiert wird (z.B. hier oder hier). Die entsprechenden Artikel ähneln sich sehr: In der Regel wird die studentische Nachfrage nach „mehr Vielfalt“ bzw. „mehr Relevanz“ in der Lehre […]