Achtung Statistik
Die „Irrsinn-Formel“

Vieles hat bei dieser Europameisterschaft die Gemüter bewegt: spannende Spiele, tolle Tore, aber auch der Turniermodus. Bei dieser EM haben sich nämlich aus den sechs Gruppen mit insgesamt 24 Mannschaften in der Vorrunde 16 für die Achtelfinals qualifiziert. Das heißt, dass – neben den Gruppenersten und -zweiten – auch die besten vier Vorrundendritten in die K.o.-Runde einziehen konnten. Die genaue Zuordnung der Achtelfinals war dabei gar nicht so leicht zu durchblicken. Ein großes deutsches Boulevardblatt hatte den Schuldigen für diesen „Irrsinn“ auch schnell gefunden: Die Uefa nutze nämlich eine komplizierte Formel, die die Achtelfinals „berechnet“:

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Schwarze Kassen oder Verleumdungen
Kein Nährboden für ein zweites Sommermärchen

Nun hat die Fifa-Krise auch den deutschen Fußballbund erreicht. Angeblich – so deutet es der SPIEGEL in einem Artikel – hat der DFB eine schwarze Kasse geführt, um Funktionäre zu bestechen, also um konkret die Stimmen von vier asiatischen Mitgliedern der FIFA-Exekutive zu kaufen, in der Wahl zum Gastgeberland für die Fußball-WM 2006 pro Deutschland zu stimmen. Belegt ist eine Zahlung des deutschen WM-Organisationskomitees (OK) in Höhe von 6,7 Millionen Euro auf ein Fifa-Konto im Jahr 2005. Dieses wurde von dort weiter zum Franzosen Robert Louis-Dreyfus überwiesen – angeblich für eine Kulturveranstaltung, die nicht stattfand. Laut dem SPIEGEL hatte Louis-Dreyfus den deutschen WM-Werbern kurz vor der Entscheidung über die Vergabe Geld geliehen; dieses Geld soll in der dokumentierten Weise über die Fifa zu ihm zurückgeflossen sein. Der eigentliche Korruptionsvorwurf ist somit nicht belegt, eine ominöse Zahlung an die Fifa (also weder an Louis-Dreyfus noch an die angeblich bestochenen Funktionäre) liegt jedoch vor.

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Kein Nährboden für ein zweites Sommermärchen
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Gastbeitrag
Fußball und Geld

Obwohl der hohe Marktwert der DFB-Auswahl signalisiert hat, dass sie um den Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft mitspielen sollte, hat kaum ein Fan und kaum ein Fachmann daran geglaubt, da Bundestrainer „Yogi“ Löw nicht als Meistertrainer galt. Zu sehr war allen noch das von ihm falsch gecoachte Halbfinale der letzten Europameisterschaft in Erinnerung. Diesmal konnte das Trainerteam mit Löw an der Spitze das Potential des deutschen WM-Kaders voll ausschöpfen. Insbesondere der teuerste Spieler, Mario Götze, wurde richtig gebracht – nämlich als Joker, der stach. Kompliment an Joachim Löw, der es geschafft hat, dass Geld tatsächlich Tore schoss.

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Die unendliche Marktmacht der FIFA

Durch den Verkauf der Rechte an der derzeitig ausgespielten Fußballweltmeisterschaft vereinnahmt die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) etwa 2,6 Mrd. Euro, wovon 1,6 Mrd. Euro durch die Erlöse von TV-Übertragungsrechten generiert werden. Die Marketingeinnahmen belaufen sich auf 815 Mio. Euro (o. V. 2010a). Diesen Einnahmen stehen Ausgaben der FIFA für die Veranstaltung von ca. 800 Mio. gegenüber (o. V., 2010b). Vor dem Hintergrund der Garantieversprechen zur Stabilisierung des Euros wirken diese Beträge zwar wie Taschengeld, trotzdem stellt sich die Frage nach der Marktmacht der FIFA!

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Gastbeitrag:
WM-Studie: Deutschland wird Vize-Weltmeister

Ein Team aus Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Eberhard Karls Universität Tübingen hat pünktlich zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft eine Studie über den Ausgang der FIFA WM veröffentlicht. Die Besonderheit der Studie ist ihr ganzheitlicher Blickwinkel. So fußen die Ergebnisse auf sportlichen Variablen, berücksichtigen aber auch den Einfluss von Politik, Ökonomie, Kultur und vielem mehr auf den sportlichen Erfolg. Laut der Studie wird Brasilien Weltmeister, Deutschland Zweiter, vor Frankreich und Italien. Im Viertelfinale scheitern Niederlande, England, Spanien und Portugal. Die Wahrscheinlichkeit der Prognose liegt bei 75%.

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WM-Studie: Deutschland wird Vize-Weltmeister”
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