Gastbeitrag
Das Öko-System Automotive
Lieferkette darf nicht verwahrlosen

Lieferketten sind Ökosysteme. Viele profitieren von komplexen Strukturen, aber nicht immer wissen alle, wie Ökologie wirklich funktioniert. Wir reden von Wasserpegeln an Rhein und Donau und vergessen, dass das Wasser aus zahllosen Flüssen und Bächen zusammenfließt. Bis die Flüsse als reißende Ströme ins Meer fließen, hat ein riesiges Netz in der Fläche Wasser gesammelt. In der Automobilbranche ist es genauso: Wo VW oder Daimler draufsteht, sind 70 bis 80 Prozent der Teile von großen oder kleinen Zulieferern drin. Auch die großen Zulieferer der „ersten Reihe“ fertigen längst nicht alles selbst, sondern bauen auf ein Netz von Zulieferern für Komponenten und Teile.

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Lieferkette darf nicht verwahrlosen
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Das “Geschäftsmodell Deutschland” in Zeiten der Krise
De-Globalisierung, Ukraine-Krieg und Energie-Embargo

„Man sieht erst, wenn die Ebbe kommt, wer die ganze Zeit über ohne Badehose geschwommen ist.“ (Warren Buffett)

Das „Geschäftsmodell Deutschland“ ist wieder in aller Munde. Schon Mitte der 00er Jahre wurde es heftig diskutiert. Damals kurierte die „Agenda 2010“ den „kranken Mann Europas“. Die rot-grüne Bundesregierung setzte auf das Deutschland zugeschriebene Wirtschaftsmodell. Der wirtschaftliche (Wieder)Aufstieg begann. Allerdings fand sich Deutschland international schnell auf der Anklagebank wieder. Die persistent hohen Überschüsse in der Leistungsbilanz waren vielen Ländern ein Dorn im Auge, vor allem denen in Europa und Übersee mit Defiziten in der Leistungsbilanz. Der Vorwurf lautete: Deutschland spiele wirtschaftlich mit gezinkten Karten. Deutschland werde reicher, seine Handelspartner verarmten. Das alles hat sich geändert. Die weltweite Covid-Krise und der Ukraine-Krieg setzen Deutschland wirtschaftlich zu. Es droht wieder ein ökonomischer Niedergang. Die Seuche beeinträchtigt internationale Lieferketten. Der Ukraine-Krieg behindert den Import billiger Energie. Das alles tut der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nicht gut. Vor allem das Herz der deutschen Wirtschaft, der industrielle Sektor, leidet unter Rhythmus-Störungen. Ein Energie-Embargo begünstigt einen Infarkt. Es droht der Verlust an Arbeitsplätzen, schrumpfender Wohlstand und steigende Inflation.

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De-Globalisierung, Ukraine-Krieg und Energie-Embargo
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Gastbeitrag
Wirtschaftliche Freiheit: Die Industrielle Revolution

Industrialisierung und Massenwohlstand gehören zusammen. Die Bezeichnung „Industrielle Revolution“ weist auf die weltgeschichtliche Bedeutung der Veränderungen hin, die allerdings weder gezielt noch über Nacht geschahen, sondern sich über Jahrzehnte entwickelten. Industrialisierung und das neu entstehende Wirtschaftssystem des Kapitalismus beendeten die bis dahin vorherrschende Subsistenzwirtschaft und ein durch Geburt determiniertes Leben in einem Stand. Zu neuen Königen stiegen die Anbieter von Gütern auf, die ihren Mitmenschen massenhaft eine Verbesserung des Lebens boten.

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Kumulative Angebotsschocks bremsen Konjunktur und treiben Kosten

Durch die notwendigen Impffortschritte ist das Konsumklima dabei, sich mehr und mehr zu normalisieren. Damit bekommen auch die während der Pandemie stark gebeutelten Dienstleistungsfirmen Rückenwind, um wieder in die Spur zu kommen. Der Weg zur Normalisierung ist in der deutschen Industrie jedoch nicht frei von Stolpersteinen (Grömling et al., 2021). Seit Herbst letzten Jahres tritt die Industrieproduktion bereits auf der Stelle und dies bremst über die vielfältigen Verbundeffekte die gesamtwirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Schock empfindlich ab. Vor allem die Automobilindustrie durchlebte im ersten Halbjahr 2021 einen weiteren enormen Produktionsrückgang. Dabei ist die Nachfrage da. Für die gesamte Industrie zeigt sich sogar eine relativ komfortable Nachfragesituation – erkennbar an den stetig wachsenden Auftragsbeständen und am mittlerweile wieder hohen Welthandelsniveau. Die wachsende Divergenz zwischen Nachfrage und Produktion signalisiert ausgeprägte Angebotsrestriktionen – aus vielschichtigen Gründen. Diese kumulativen Angebotsbelastungen schlagen sich auch in der Preisentwicklung – vor allem bei Import- und Erzeugerpreisen – nieder. Für die mittelfristige Entwicklung in Deutschland wird es – neben der Beherrschung der Pandemie durch Impffortschritte – entscheidend sein, die Angebotsverspannungen zu lösen. Dies gilt nicht nur in nationaler Perspektive, sondern auch im internationalen Rahmen. Denn der globale Investitionszyklus wird wegen der Produktionsprobleme in den Investitionsgütersektoren ausgebremst.

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Gastbeitrag
Maschinenbau: noch kaum Licht am Ende des Tunnels

Von einer Entspannung der Lage im deutschen Maschinenbau kann noch nicht gesprochen werden. Es ist nur nicht noch schlimmer gekommen. Der Rückgang der Auftragseingänge im Vorjahresvergleich ist  mit 28 % im Mai zwar geringer ausgefallen als im April mit 31 %. Über die drei vom Shutdown besonders stark betroffenen Monate März bis Mai 2020 musste die Branche im Vorjahresvergleich einen Rückgang bei den Auftragseingängen von 22 % hinnehmen. In den ersten fünf Monaten insgesamt beträgt das Minus 14 %.

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Gastbeitrag
Deutsche Industrie
Corona-Krise überdeckt strukturelle Standortprobleme

Bild: Ralf Vetterle auf Pixabay

Gesellschaft und Wirtschaft werden lernen, mit dem Coronavirus zu leben und dabei gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Risiken abzuwägen. Letztlich werden sie sich also anpassen. Wenn die Corona-Krise nicht länger der alles dominierende Faktor ist, treten (andere) strukturelle Aspekte wieder vermehrt in den Vordergrund.

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Gastbeitrag
Corona-Pandemie
Herausforderungen für den deutschen Maschinenbau

Bild: Pixabay

Für den deutschen Maschinenbau kommt es derzeit knüppeldick: weltweiter Konjunktureinbruch (schon vor der Corona-Pandemie), Handelskonflikte, Brexit, Strukturprobleme in der Automobilindustrie, Digitalisierung und jetzt auch noch der Lockdown durch die Pandemie. In einer Umfrage des VDMA von Mitte April 2020 berichten 32 Prozent der befragten Unternehmen von gravierenden und 45 Prozent der Unternehmen von merklichen Auftragseinbußen oder Stornierungen aufgrund der Corona-Pandemie. Die Lieferketten stehen erheblich unter Druck. 60 Prozent der Unternehmen gehen von Umsatzrückgängen zwischen 10 und 30 Prozent in 2020 aus [www.vdma.org.443/). Der mit 1,3 Millionen Mitarbeitern beschäftigungsstärksten Industriebranche steht nach dem leichten Rückgang um 1,7 Prozent im Vorjahr  2020  ein kräftiger Einbruch von Produktion und Umsatz bevor. Auch die Beschäftigtenzahl wird sinken. Das „Beschäftigungswunder“ aus der Krise 2008/09 dürfte sich nicht wiederholen, als bei einem Produktionsrückgang von 24,7 Prozent in 2009 die Zahl der festangestellten Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2009 nur um 0,6 Prozent und 2010 um 3,3 Prozent reduziert wurde. Der Staat sollte die Wiederbelebung mit einer Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen anstatt mit Subventionen für einzelne Branchen fördern.

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Ordnungspolitischer Unfug (3)
Deutschland wird leiden
Leistungsbilanzsalden und Strukturwandel

„Wir haben ein enormes Handelsungleichgewicht, aber wir werden das ändern.” (Donald Trump im Gespräch mit Angela Merkel in Buenos Aires)

Donald Trump lässt handelspolitisch nicht locker. Die (wachsenden) Defizite in der amerikanischen Leistungsbilanz wurmen ihn. Er sieht darin einen schlechten Deal für die USA. Am liebsten hätte er Überschüsse mit allen Ländern weltweit. Diese merkantilistische Sicht der Dinge ist ökonomisch zwar Unfug. Dennoch: Von seiner handelspolitischen Obsession wird er wohl nicht lassen. Der Waffenstillstand, den er mit Jean-Claude Juncker im Sommer 2018 vereinbart hat, ist höchst fragil. Donald Trump kann handelspolitisch jederzeit wieder losschlagen. Die europäische Automobilbranche ist ihm ein lohnendes Ziel. Damit droht er der EU, immer wieder. Im Ernstfall trifft es vor allem die deutschen Autobauer.

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Gastbeitrag
„Industrie 4.0“ in der Praxis
4.0 häufige Denkfallen

„Industrie 4.0“ ist in aller Munde, die vierte industrielle Revolution seit langem ausgerufen, und schon bald wird angeblich fast nichts mehr so sein wie es einmal war. Und in der Tat schreitet die Digitalisierung der Wirtschaft und ihrer Geschäftsmodelle mit grossen Schritten voran. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt und nicht überall „4.0“ drin, wo „4.0“ draufsteht. Aber zweifelsfrei steckt in der im Kern informationstechnologisch getriebenen Entwicklung gerade für hochentwickelte Volkswirtschaften mit tendenziell wissensintensiver Wertschöpfung enormes Potenzial. Die Möglichkeiten der Vernetzung – mitunter in Echtzeit und bei Weitem nicht nur in der Fertigung – sowie die zunehmende Verschmelzung von realer und virtueller Welt über cyber-physische Systeme sorgen für völlig neue Individualisierungs- und Wertschöpfungspotenziale, insbesondere auf dem Gebiet der Spitzen- und Hochtechnologien. Aber auch ausserhalb des Industriesektors verändern sich die Dinge teilweise dramatisch. Und genau diese neuen Möglichkeiten und Kräfte generieren neben Chancen gleichzeitig Anpassungsbedarfe, um Potenziale tatsächlich in Erfolg ummünzen zu können. Ansonsten werden Produktivitätsfortschritte noch lange auf sich warten lassen!

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BlogDialog
„Der Mensch muss auch im Zeitalter der Industrie 4.0 im Mittelpunkt stehen“
Der Unternehmer Manfred Wittenstein im Gespräch

Herr Dr. Wittenstein, wie würden Sie die vierte industrielle Revolution in Worte packen?

Manfred Wittenstein: Die Definition von Industrie 4.0 ist sehr lebendig, da sie sich im Laufe der Zeit verändert. Dabei wird häufig vieles in einen Topf geworfen: Digitalisierung, Internet der Dinge, Virtualität. Da muss man aufpassen. Industrie 4.0 bedient sich zwar der Digitalisierung und der Vernetzung als Werkzeuge, ist aber im Kern auf industrielle Wertschöpfung ausgerichtet. Letztlich geht es darum, reale und virtuelle Welt innerhalb, aber auch zwischen Firmen und Kunden miteinander zu verschmelzen – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Somit verändern sich Geschäftsmodelle.

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„Der Mensch muss auch im Zeitalter der Industrie 4.0 im Mittelpunkt stehen“
Der Unternehmer Manfred Wittenstein im Gespräch
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