„Deutschland richtet seine eigene Industrie zugrunde.“ (Hans-Werner Sinn)
Die Hiobs-Botschaften von BASF, Bosch, Continental, ZF, Meyer-Werft und VW werfen Schlaglichter auf den Zustand der deutschen Industrie. Diese Unternehmen haben schon Arbeitsplätze abgebaut oder werden es noch tun. Der industrielle Sektor galt in Deutschland lange als krisensicher. Diese Zeiten sind vorbei. Auch in Deutschland gelten die „Gesetze“ des sektoralen Strukturwandels. Eine ideologiegetriebene Politik gegen die eigene Industrie beschleunigt ihn, erhöht den Anpassungsdruck und destabilisiert Wirtschaft und Gesellschaft.
Geschäftsmodell Deutschland
Deutschland ist ein Nachzügler im inter-sektoralen Strukturwandel. Es ist noch immer stark industrielastig (hier). Das wird sich ändern. Der industrielle Sektor wird weiter schrumpfen. Die interessante Frage ist: Warum ist das verarbeitende Gewerbe in Deutschland größer als in wirtschaftlich ähnlich entwickelten Ländern? Eine Antwort gibt das „Geschäftsmodell Deutschland“ (hier). Es basiert stark vereinfacht auf drei Elementen: Billige Vorprodukte, effiziente Produktion, offene Absatzmärkte.

Deutsche Unternehmen haben die Globalisierung lange besser genutzt als andere. Sie erkannten die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung schneller. Auf offeneren Märkten kauften sie weltweit Vorprodukte günstig ein. Das Geschäft mit billigem russischem Gas war allerdings nur temporär lukrativ. Und die Unternehmen produzierten die Güter effizienter. Qualifizierte Arbeit, risikofreudige Unternehmer, gelebte Tarifpartnerschaft, und eng verbundene Klein-, Mittel- und Großetriebe halfen. Auf weltweit offeneren Absatzmärkten verkauften sie die Produkte profitabel.
Mit dieser Strategie gelang es Deutschland, vom internationalen Muster des sektoralen Strukturwandels abzuweichen. Überall schrumpft mit steigendem Wohlstand die Industrie stark. Von diesem Trend konnte sich Deutschland lange abkoppeln (Mitte 90er – Mitte 10er). Den Unternehmen der Industrie gelang es, weltweit immer neue Abnehmer für ihre Produkte zu finden. Sie nutz(t)en die Vorteile der Globalisierung. Die De-Industrialisierung verzögerte sich, der Strukturwandel wurde aufgeschoben.
Inter-sektoraler Strukturstau
Die Kräfte, die Deutschlands Industriesektor stabilisierten, schwinden. Das „Geschäftsmodell Deutschland“ erodiert. Eine treibende Kraft ist die De-Globalisierung. Weltweit schottet die Politik die Märkte wieder ab. Protektionismus und Subventionen feiern fröhliche Urständ. Der Multilateralismus zerbröselt, die Blockbildung nimmt zu. Das trifft die stark in die internationale Arbeitsteilung eingebundene deutsche Industrie hart.
Der Markt für Vorprodukte wird weltweit stärker segmentiert. Die Preise steigen. Einige Produkte, wie seltene Erden, werden als politische Waffe eingesetzt. Dazu kommt der Ukraine-Krieg. Er hat die Preise für Energie erhöht. Das trifft Deutschland mit seiner missratenen, stark von russischem Gas abhängigen Energiepolitik besonders. Vor allem energieintensive Industriebranchen, wie Chemie, Metall und Kunststoffe, sind in Schwierigkeiten. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Die auf Offenheit angewiesene deutsche Industrie leidet unter dem weltweiten Trend, heimische Absatzmärkte wieder abzuschotten. Tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse sind en vogue. Sie schrumpfen die Absatzmärkte für deutsche Industrieprodukte. Ob China oder die USA, überall wird der Marktzugang beschränkt. Ein Lichtblick ist der Europäische Binnenmarkt. Aber auch dort verzerren nationale Industriepolitiken und willkürliche Taxonomien der EU-Kommission den Wettbewerb.
Der industrielle Sektor leidet, wie andere Sektoren auch, unter deutschen Standortproblemen. Die Produktion im Inland lohnt immer weniger. Sie wandert ab. Ein wichtiger Treiber ist die Demographie (Fachkräftemangel und PISA). Die marode Infrastruktur (analog und digital) ist ein anderer. Ein dritter ist die überbordende Bürokratie (national und europäisch). Schließlich macht eine hohe Steuer- und Abgabenbelastung (Sozialstaat und Staatskonsum) den Standort weniger attraktiv.
Die Erosion des „Geschäftsmodells Deutschland“ schrumpft den industriellen Sektor. Wie schnell sich der „aufgestaute“ Strukturwandel entlädt, hängt von De-Globalisierung und nationaler Politik ab. Er läuft kontrolliert ab, wenn sich die De-Globalisierung relativ langsam durch die Weltwirtschaft frisst und/oder die Politik den Standort attraktiver macht. Ein Ketchup-Effekt ist möglich, wenn sich die De-Globalisierung stark beschleunigt und/oder die nationale Politik eine Politik gegen den eigenen Standort macht.
Ruinöse Politik gegen die Industrie
Der Strukturwandel ist ein starker Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. „Altes“ verschwindet, „Neues“ entsteht. Er folgt einem inter-sektoralen Muster. Mit steigendem Wohlstand fragen Haushalte und Unternehmen mehr Dienstleistungen nach (hier). Der industrielle Sektor verliert, Dienstleistungen gewinnen. Strukturwandel schafft mehr Wohlstand. Kostenlos ist das aber nicht, Friktionen sind unvermeidlich. Die Brüche lassen sich aber besser handhaben, wenn für die wirtschaftlichen Akteure noch Zeit bleibt, sich kontrolliert an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Die Politik hat einen anderen Weg eingeschlagen. Sie vergrößert die Gefahr eines Ketchup-Effektes. Eine falsche Schrittfolge in der Energiepolitik beschleunigt den Strukturwandel. Billige, verlässliche und klimafreundliche atomare Energiequellen wurden abgeschaltet bevor flatterhafte Erneuerbare von Nord nach Süd transferierbar und effizient speicherbar sind. Teures (Ersatz)Gas setzt energieintensiven (Industrie)Branchen zu. Das alles bringt uns aber der Klimaneutralität keinen Schritt näher.
Der Anpassungsdruck für die Autoindustrie hat sich mit dem Verbot des Verbrenners bis zum Jahr 2035 drastisch erhöht. Treibende Kraft war zwar die EU-Kommission, die Bundesregierung hat aber zugestimmt, ihre eigene Vorzeigebranche in Schwierigkeiten zu bringen, ohne dem Klima zu helfen. Die komparativen Vorteile der deutschen Automobilindustrie bei Verbrennern werden pulverisiert. Sie ist gezwungen, auf E-Autos umzusteigen, um die europäischen Flottengrenzwerte zu erreichen. Elektorautos produzieren können aber gegenwärtig andere (noch) besser. Die gegenwärtige VW-Krise ist auch ein Ergebnis dieser Politik gegen die (Auto)Industrie.
Mit dem Lieferkettengesetz hat die (deutsche und europäische) Politik einen weiteren Pfeiler des erfolgreichen „Geschäftsmodells Deutschland“ mutwillig beschädigt. Der bürokratische Aufwand des Gesetzes ist hoch. Die Produktion international handelbarer Güter verteuert sich, ohne den Schutz der Umwelt und die Menschen- und Kinderrechte nachhaltig zu verbessern. Der Standort wird beschädigt. Der stark in die internationale Arbeitsteilung eingebundene industrielle Sektor leidet.
Mit der Energiepolitik, dem Verbrennerverbot und dem Lieferkettengesetz beschleunigt die Politik den Strukturwandel. Sie beschädigt das „Geschäftsmodells Deutschland“. Der Prozess der De-Industrialisierung wird forciert. Die Politik provoziert industrielle Ketchup-Effekte. Hans-Werner Sinn, der frühere Präsident des Ifo-Instituts, hat es kürzlich in der NZZ prägnant formuliert: „Deutschland richtet seine eigene Industrie zugrunde“. Das alles hilft weder dem Klima noch den Menschenrechten.
Politik für den Strukturwandel
Die (Industrie)Politik der Bundesregierung ist bizarr. Erst kämpft sie mit kostspieligen, marktwidrigen Mitteln gegen die Industrie, oft um nicht-ökonomische Ziele zu erreichen. Die Ziele werden zwar nicht erreicht. Der Strukturwandel nimmt aber Fahrt auf, der Anpassungsdruck auf die Unternehmen steigt. Geraten die Unternehmen dann aber über kurz oder lang wirtschaftlich in Not, subventioniert die Politik (erfolglos) gegen den auch von ihr verursachten Niedergang an. Die Politik kämpft mit Problemen, die sie selbst (mit)verursacht hat.
Eine vernünftige Politik sieht anders aus. Sie betreibt keine „alte“, oft strukturkonserviernde Strukturpolitik, sondern eine Politik für den Strukturwandel. Der (sektorale) Strukturwandel ist für alle alternativlos, die nicht in einer (Postwachstums)Welt des ständigen Verzichts leben wollen. Haushalte und Unternehmer treiben den Strukturwandel. Idealerweise sorgt der Staat für offene Märkte, verhindert wettbewerbliche Verzerrungen und federt die Friktionen des strukturellen Wandels sozial ab. Vor allem aber bemüht er sich um bessere Bedingungen für den Standort.
Eine solche (Angebots)Politik für den Strukturwandel versucht, national immobile Produktionsfaktoren für international mobile Faktoren interessant zu machen (Herbert Giersch). Grob vereinfacht: Ein Land muss besser, billiger und schneller als die weltweite Konkurrenz sein. Notwendig sind ein effizientes Angebot an öffentlichen Gütern, ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis bei Steuern und staatlichen Leistungen und attraktive institutionelle Regelungen.
Der Klimawandel erschwert eine solche Politik für den Strukturwandel. Weltweit sollten weniger Treibhausgasen ausgestoßen werden. Welche Klimaziele gewählt werden, sollte davon abhängen, wie die Weltbevölkerung die Verringerung der Gase und die Anpassung an den Klimawandel gewichtet. Eine effiziente Energiewende, die darauf aus ist, C02 zu verringern, sollte nicht über Verbote und Subventionen, sondern über alle Sektoren umfassende C02-Preise gesteuert werden. Das macht die Klimapolitik billiger. Wachstum und Umweltverbrauch lassen sich (teilweise) entkoppeln.
Der Klimaschutz kostet. Mit dem Preis für eine Kugel Eis ist es nicht getan. Steigende C02-Preise verteuern nicht nur die Produktion, sie verzerren auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das wäre nicht der Fall, wenn es eine einheitliche Lösung weltweit gäbe. Davon sind wir aber weit entfernt. Das Dilemma weltweiter Kooperation lässt sich nur schwer entschärfen. Solange das nicht gelingt, ist es notwendig, temporär Klimazölle auf die Produkte ausländischer Unternehmen zu erheben, in deren Länder geringere C02-Preise erhoben werden (hier). Unproblematisch ist das aber nicht.
Fazit
Die „Gesetze“ des Strukturwandels gelten auch für Deutschland. Der industrielle Sektor wird weiter schrumpfen. Das „Geschäftsmodell Deutschland“, das die Industrie lange stabilisierte, erodiert. Die De-Globalisierung ist eine treibende Kraft. Sie baut den sektoralen Strukturstau sukzessive ab. Industrielle Unternehmen kommen unter Druck. Und die Politik gießt Öl ins Feuer. Eine ideologiegetriebene Politik gegen die (eigene) Industrie erhöht den Anpassungsdruck, Ketchup-Effekte drohen. Nur eine marktliche (Angebots)Politik für den Strukturwandel (hier) kann den Flurschaden in Grenzen halten.
Blog-Beiträge zum Thema:
Norbert Berthold (2022), Das „Geschäftsmodell Deutschland“ in Zeiten der Krise. De-Globalisierung, Ukraine-Krieg und Energie-Embargo
Norbert Berthold (2023), De-Industrialisierung ante portas? Politik für den Strukturwandel statt Strukturpolitik mit der Gießkanne
Podcast zum Thema:
Deutschland im Umbruch. Droht De-Industrialisierung?
Prof. Dr. Norbert Berthold (JUM) im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Holtemöller (IWH)
- Ordnungspolitischer Unfug (17)
„Soziale“ Schattenhaushalte
Soziale Sicherung, versicherungsfremde Leistungen und politische Ökonomie - 12. Mai 2026 - Kurz kommentiert
Versicherungsfremde Leistungen in der GKV
Gerechtigkeit oder Strukturreform? - 20. April 2026 - Die (deutsche) Energiewende
Macht oder ökonomisches Gesetz? - 12. April 2026

Ein sehr zu empfehlendes Audio-Interview mit Herrn Hans-Werner Sinn in diesem Kontext:
https://www.dw.com/de/volkswagen-ist-nur-ein-fr%C3%BChes-opfer/audio-70214466
(Dauer: 28 Minuten)
Ein ebenfalls sehr zu empfehlendes Audio-Interview mit Herrn Christian Rieck zu der aktuellen Krise der etablierten bzw. traditionellen Autobauer im Bereich der Elektromobilität:
https://www.dw.com/de/was-autobauer-von-der-spieltheorie-lernen-k%C3%B6nnen/audio-71123420
Quelle: Deutsche Welle, Bonn (dw.com)
(Dauer: 26 Minuten)
Ferner sehr interessant in diesem Kontext:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bdi-standort-deutschland-rezession-100.html
Auch sehr interessant in diesem Kontext:
„Wie China Europa mit E-Autos erobern will“
https://www.ardaudiothek.de/episode/11km-der-tagesschau-podcast/byd-statt-bmw-wie-china-europa-mit-e-autos-erobern-will/tagesschau/14704915/
Droht ein weltweiter Preiskrieg für E-Autos?
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/automarkt-china-preiskampf-100.html
Zur Autoindustrie bzw. Autozulieferindustrie in Deutschland:
Kein Klumpenrisiko?
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/frankens-auto-abhaengigkeit-buendnis-fordert-mehr-weiterbildungen,UpxffpD
Wiederholt sich die Große Wirtschaftskrise von 1993 in Schweinfurt nun quasi in der gesamten Autozulieferindustrie in Deutschland?
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/kahlschlag-plaene-bei-zf-tausende-jobs-in-bayern-in-gefahr,UsElLjF
Auch sehr zu empfehlen:
Ohne Verfasser (2025), ZF muss trotz kleiner Erfolge seinen Sparkurs verschärfen – Zulieferer bittet abermals um lockerere Kreditregeln, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom Freitag, 1. August 2025, S. 23
Zur desolaten Finanzlage der Stadt Schweinfurt: Wiederholt sich Geschichte?
https://www.br.de/nachrichten/bayern/haushalt-mit-auflagen-genehmigt-schweinfurt-muss-streng-sparen,Usd4nfp
Auch interessant:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/trumps-zoelle-wie-hart-trifft-es-die-bayerische-wirtschaft,Ut6SQdG
„Deutsche Exportwirtschaft — Ende eines Geschäftsmodells?“
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/exporte-unternehmen-deutschland-100.html
Eine erschreckende Bilanz: Drei Jahre ohne Wirtschaftswachstum in Deutschland
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/deutsche-wirtschaft-bip-null-wachstum-100.html
Ebenfalls sehr erhellend:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/wacker-chemie-will-1-500-stellen-streichen,V3kQFcs
„Dem Branchenverband VCI zufolge befindet sich die Chemieproduktion auf dem niedrigsten Niveau seit Jahrzehnten.
Anlagen seien teilweise nur noch zu 70 Prozent ausgelastet und damit unrentabel.“
Quelle:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/stellenabbau-bei-wacker-chemie-sinnbild-fuer-die-ganze-branche,V3krnh1
ifo-Institut, München:
„Ohne strukturelle Reformen droht eine weitere Erosion des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“
Quelle:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/ifo-institut-erosion-des-standorts-deutschland-droht,V54DnHk
Verschiedene Meinungen über die zukünftige Entwicklung der Autoindustrie bzw. der Autozulieferindustrie:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/autobranche-zukunft-102.html
Zwei brandaktuelle Einschätzungen über die wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands:
„Zum anderen sorgt der Staat durch die schuldenfinanzierten Investitionen für etwas Wachstum. Nicht nur die Rüstungsindustrie, sondern auch die Baubranche kann mit mehr Aufträgen rechnen.
Doch der positive Effekt werde vergleichsweise gering ausfallen, fürchtet Krämer: Ohne begleitende Reformen verbessere sich die Wirtschaftsstruktur nicht. Er nimmt gerade im Mittelstand eine große Enttäuschung über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung wahr: „Und deshalb halten sie sich mit Investitionen zurück, auch wenn der Staat mehr Geld ausgeben wird.“
Ähnlich sieht das Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Zwar könne der Staat mithilfe der zusätzlichen Kredite mehr investieren, die Milliardenschulden hätten aber auch negative Folgen für die privaten Investitionen: „Viele denken: Die zusätzlichen Schulden von heute sind die zusätzlichen Steuern von morgen – das dämpft die Investitionsbereitschaft.“
Insofern könnte das in diesem Jahr erwartete Wachstum von bis zu einem Prozent über den tatsächlichen Zustand der Wirtschaft hinwegtäuschen.“
Link:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bundesregierung-wirtschaft-merz-100.html
Drohen mittelfristig keine Preiskriege für E-Autos?
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/elektroautos-preise-100.html
Außerdem sehr aufschlussreich:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bosch-gewinneinbruch-bilanz-100.html
Ebenfalls sehr erhellend:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/chemie-112.html
„Konjunktur in Deutschland 2026 — Warum der Aufschwung kein Selbstläufer ist“
Link:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/konjunktur-deutschland-aufschwung-2026-100.html
„Welche Zukunft hat das deutsche Wirtschaftsmodell, das vom Export von Industriegütern geprägt ist?“
„Ich glaube nicht, dass von den Dinosaurierindustrien das künftige Wachstum kommt.
Stahl, Grundlagenchemie und Verbrennerautos werden nicht die Wachstumstreiber des nächsten Jahrzehnts sein.
Eigentlich wissen das alle.
Und doch verläuft die wirtschaftspolitische Debatte defensiv.
Politiker sprechen vom Bewahren und Erhalten, statt vom Erschaffen.
Wir laufen rückwärts in die Zukunft.“
Ein sehr zu empfehlendes ganzseitiges NZZ-Interview:
Moritz Schularick (2026), «Wir laufen rückwärts in die Zukunft» – Mit Autos werde die deutsche Wirtschaft nicht mehr wachsen, sagt der Ökonom Moritz Schularick im Gespräch mit Jannik Belser; in: Neue Zürcher Zeitung (NZZ), Schweizer Ausgabe, vom Donnerstag, 26. Februar 2026, S. 23
Ein interessantes Deutschlandfunk-Feature insbesondere über die aktuelle Krise der Autozulieferindustrie in der Region Stuttgart:
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:a08516fdc4d67368/
(Dauer: 30 Minuten)
Zudem erhellend sind:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/merz-wirtschaftsverbaende-102.html
und
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:7d02645fbed977b7/
Zur wahrgenommenen „Wirtschaftskompetenz“ am aktuellen Rand in der Parteienlandschaft laut ARD-DeutschlandTrend:
https://www.tagesschau.de/video/video-1552592.html
„Alarmstufe rot in der Chemiebranche“:
Ein sehr zu empfehlendes Interview mit dem Hauptgeschäftsführer des VCI, Herrn Wolfgang Große Entrup:
https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau24/boerselive/video-1564556.html
(Start des Interviews ab 8 min : 30 sec)
Zur Entwicklung der Chemiebranche im Jahr 2025:
„Auch der Branchenverband der Chemischen Industrie (VCI) blickt auf ein schlechtes Jahr 2025 zurück. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup wählt drastische Worte. „Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch – Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich.“ Eine rasche Besserung sei nicht in Sicht.
Die vom VCI vorgelegten Zahlen sind alarmierend: So ging die Produktion insgesamt um 3,3 Prozent zurück, der Gesamtumsatz sogar um 3,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Chemieanlagen lag im Schnitt nur noch bei sehr schwachen 72 Prozent. Diese Entwicklung bestätigt einen mehrjährigen Trend: Seit 2022 hat die Chemie massiv Produktionskapazitäten abgebaut. 34.000 Arbeitsplätze wurden gestrichen oder ins Ausland verlagert. Und: Es gab kaum noch neue Investitionen.
Ungewöhnlich scharf kritisiert der Verband die Bundesregierung. „Der Frust in den Unternehmen über die wirtschaftspolitische Kurskorrektur mit angezogener Handbremse ist groß.
Deutschland reformiert im Schneckentempo. Ohne echten Reformwillen und mächtig Tempo in Berlin und Brüssel droht ein Strukturbruch für die industrielle Basis“, so Große Entrup.
Auch für die nahe Zukunft macht sich der Hauptgeschäftsführer Sorgen. „2026 wird nicht leichter. Schon vor dem Iran-Krieg gab es keine Aufbruchstimmung.“ “
Link:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/chemie-branche-100.html
(K)ein (Quasi)-„Produktionsverbot“ (Prof. Hans-Werner Sinn) für die Industrie in Deutschland?
Prof. Hans-Werner Sinn im Interview insbesondere über den Kollaps des „deutschen Geschäftsmodells“ seit 2018 — durch eine verfehlte europäische bzw. deutsche Klima- bzw. Energiepolitik:
https://www.swr.de/swr1/leute/oekonom-hans-werner-sinn-ueber-die-wirtschaftliche-lage-deutschlands-100.html
Zur aktuellen Krise der Autozulieferindustrie in Deutschland — am Beispiel von ZF:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/milliardenverlust-automobilzulieferer-zf-noch-tiefer-im-minus,VEJ3snG
Zum Abbau von 50.000 Stellen beim Volkswagen-Konzern in Deutschland:
Link:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/schwaches-jahr-2025-harte-zeiten-fuer-volkswagen-50-000-stellen-weg
„Hände weg von den Gasleitungen“
Ein sehr zu empfehlendes Interview mit Herrn Hans-Werner Sinn in diesem Kontext:
Link:
https://www.hanswernersinn.de/sites/default/files/2025%2001%2008_Haende%20weg%20von%20den%20Gasleitungen_Die%20Welt_S.12.pdf
bzw.
Quelle:
Hans-Werner Sinn (2025), „Hände weg von den Gasleitungen“, Interview, in: Die Welt, vom 8. Januar 2025, S. 12
Das Gemeinschaftsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute, vom 1. April 2026, insbesondere über die schwache Entwicklung der industriellen Dynamik in Deutschland:
Link:
https://www.phoenix.de/sendungen/ereignisse/phoenix-vor-ort/u-a-live-gemeinschaftsdia-a-5181093.html
Ein sehr erhellendes DW-Interview zum oben genannten Gemeinschaftsgutachten sowie der Schwäche der Industrie in Deutschland:
https://www.dw.com/de/wieviel-bleibt-%C3%BCbrig-vom-erhofften-aufschwung-in-deutschland/audio-76646344
„Nur noch 15 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit der Bundesregierung“
Quelle:
ARD-DeutschlandTrend, vom 1. April 2026:
Link:
https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-april-100.html
„Unsere Industrie blutet aus. Die Deindustrialisierung beschleunigt sich.“
Sowie:
„Eine Tatsache wurde zu lange verschwiegen:
Eine Energiewende, die die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie zu retten vorgibt.“
Quelle:
Katherina Reiche (2026), Standpunkt: Ehrlich und effizient – die Energiestrategie für Deutschland, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom Mittwoch, 8. April 2026, S. 17
Frau Katherina Reiche ist Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
„Wir Geisterfahrer“
Ein sehr zu empfehlender ganzseitiger FAZ-Gastbeitrag „Wir Geisterfahrer“, von Herrn Hans-Werner Sinn, vom Donnerstag, 21. November 2024, S. 20:
https://www.hanswernersinn.de/sites/default/files/2024%2011%2021_Wir%20Geisterfahrer_FAZ_S.20_1.pdf
bzw.
https://www.hanswernersinn.de/de/wir-geisterfahrer-faz-21112024
„Volkswagen ist nur ein frühes Opfer“
Ein DW-Interview mit Herrn Hans-Werner Sinn:
https://www.dw.com/de/volkswagen-ist-nur-ein-fr%C3%BChes-opfer/audio-70214466
(Dauer: 28 Minuten)
„Bilanz 2025: Bosch schreibt das erst Mal seit 2009 Verluste“
Link:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bosch-verluste-100.html
Zudem sehr zu empfehlen in diesem Kontext:
https://www.hanswernersinn.de/de/weihnachtsvorlesung2022
(Start des Videos ab Teil II: Die Energiekrise)
„Der Extremismus in der Energiepolitik am Beispiel Deutschlands und der EU“
Ein sehr zu empfehlender Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP), Universität Luzern:
Link:
https://www.youtube.com/watch?v=NfdHSOtRERo
„Die deutsche Wirtschaft bewertet die Politik der schwarz-roten Bundesregierung laut Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger inzwischen schlechter als zur Zeit der vorherigen Ampel-Koalition.“
Quelle:
BR24.de
Link:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/schlechter-als-bei-ampel-wirtschaft-enttaeuscht-von-regierung,VHm2iHm
„Deutsche Wirtschaft:
Geschäftsklima so schlecht wie seit Jahren nicht mehr“
Link:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/ifo-index-stimmung-wirtschaft-100.html
Ebenfalls sehr zu empfehlen:
Hans-Werner Sinn (2023), Plädoyer gegen Alleingänge in der Klimapolitik, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 24. August 2023, S. 19
bzw.
https://www.hanswernersinn.de/de/plaedoyer-gegen-alleingaenge-klimapolitik-faz-24082023