Podcast
Vorschläge der Alterssicherungskommission
Befreiungsschlag, mutiger Entwurf oder Nullnummer?

Die Alterssicherungskommission hat geliefert. 33 Vorschläge sollen die Gesetzliche Rentenversicherung nachhaltig sanieren. Besteht begründete Hoffnung, dass ein glaubwürdiger Reformprozess in Gang kommt? Schwerpunkte der Vorschläge sind: Länger arbeiten, neue Beitragszahler erschließen, Kapitaldeckung stärken, Nettoersatzquote sichern, Transparenz erhöhen. Die Meinungen über das Rentenpaket der Kommission gehen auseinander.

Gastbeitrag
Die organisierte Verschwendung
Der Staat auf der Anklagebank

Wir leben in einer Zeit, in der die Staatsgläubigkeit Hochkonjunktur und das Vertrauen in Märkte einen Tiefpunkt erreicht hat. Der Staat wird zumeist idealisiert und gilt als Wunderheiler maroder und inferiorer Märkte. Da erscheint es überfällig, den realen Staat einmal näher ins Blickfeld zu rücken. Wir zeigen auf, wie die vielfältige Entkoppelung von Entscheidung, Nutzen und Lasten im Gemeinwesen zu moral hazard und zur Vergeudung knapper Ressourcen führt.

Alterssicherungskommission
(Renten)Politik im (demographischen) Rückspiegel

Die Alterssicherungskommission hat geliefert. Alles in allem: Die (grobe) Richtung stimmt. Dazu musste sie erst den Scherbenhaufen zusammenkehren, den die langjährige Politik in der GRV angerichtet hat. Sie hat viel Richtiges vorgeschlagen. Die Vorschläge greifen allerdings (oft) zu kurz, sind inter-generativ „ungerecht“ und kommen (meist) zu spät. Die Jungen sind die Dummen. Mit der neuen Kapitalrente schlägt die Kommission einen kapitalfundierten (staatlichen) Anbau an die marode umlagefinanzierte GRV vor. Ist das ein Systemwechsel in der Alterssicherung oder nur „Konkursverschleppung“?

Generationengerechtigkeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung

In den kommenden Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre sukzessive in den Ruhestand eintreten. Die jüngeren Kohorten, die in einem umlagefinanzierten System deren Rentenansprüche bedienen müssen, sind zahlenmäßig hingegen deutlich kleiner. Ohne durchgreifende Reformen müssten sie also einen wachsenden Anteil ihrer Einkommen für die Alimentation der Generation ihrer Eltern und Großeltern abgeben. Damit stellt sich die Frage nach einer „gerechten“ Aufteilung der Alterssicherungslasten auf die verschiedenen Generationen.

Gastbeitrag
Mehr Markt, weniger Staat
Anmerkungen zur Staatsquote von 50%

Die deutsche Staatsquote ist hoch, aber sie ist keine präzise Kennzahl. Sie misst den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft nur unzureichend. So werden nicht-finanzielle Regulierungen in der Staatsquote nicht berücksichtigt. Zudem differenziert die Staatsquote nicht zwischen produktiven und unproduktiven Eingriffen des Staates. Im Ergebnis ist der staatliche Einfluss noch stärker als offiziell ausgewiesen.

Es ist (auch) die Politik, nicht (nur) die Demographie!
Sanierung der Systeme der Sozialen Sicherung

Umlagefinanzierte Systeme der Sozialen Sicherung haben zwei gravierende Webfehler: Sie sind inhärent instabil und anfällig für exogene Schocks. Inhärent instabil sind sie, weil moral hazard, Baumol’sche Kostenkrankheit und eine lohnbasierte Finanzierungsstruktur selbstzerstörerisch wirken. Von exogenen Schocks getroffen werden sie, weil Demographie, technischer Fortschritt, aber auch die Politik ihnen immer neue Lasten aufbürden. Frei nach William Shakespiere: Es ist (auch) die Politik, nicht (nur) die Demographie. Eine effiziente Sanierung der Sozialversicherung muss beide Schwachstellen in den Griff bekommen, die inhärente Instabilität und exogene Schocks.

Podcast
Haushaltsloch trifft Subventionsboom
Haushaltsdefizite, Subventionsabbau, Widerstände

Trotz der Zweckentfremdung von Mitteln aus dem Sondervermögen und der Bereichsausnahme Verteidigung werden die Löcher im regulären Haushalt des Bundes immer größer. Gleichzeitig leisten wir uns ein System ergiebiger, oft ineffizienter und sozial ungerechter Subventionen. Ein Abbau von Subventionen würde drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Fehlanreize beseitigen, Haushaltslücken verringern, mehr Mittel für Investitionen schaffen.

Gastbeitrag
Ersatz der Einkommensteuer durch eine persönliche Konsumsteuer?

Malte Fischer hat in der Neuen Züricher Zeitung vom 07.05.2026 vorgeschlagen, die Einkommensteuer durch eine persönliche Konsumsteuer zu ersetzen. Die Idee stammt von Nicholas Kaldor, der in seinem Buch „An Expenditure Tax” bereits 1955 den Ersatz der herkömmlichen Einkommensteuer durch eine progressive Ausgaben- bzw. Konsumsteuer propagierte. Rechtfertigen die vermuteten Vorteile einen solchen radikalen Systemwechsel?