Gastbeitrag
Vom Preissignal zur Marktlenkung
Die Transformation des EU-ETS in ein industriepolitisches Subventionsinstrument

Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS-1) war in seiner ursprünglichen Konzeption als marktkonformes Umweltinstrument aufgesetzt worden. Mit dem im Juli 2026 von der Europäischen Kommission vorgelegten Gesetzgebungspaket vollzieht das ETS-1 einen fundamentalen Architekturwechsel. Unter dem Druck drohender Deindustrialisierung transformiert die Kommission den marktwirtschaftlichen Knappheitsindikator zu einer industriepolitischen Subventions- und Lenkungsmaschinerie. Ein Wandel, der den Wettbewerb verzerren und Verteilungswirkungen zwischen protegierten Großkonzernen und dem strukturell benachteiligten Mittelstand entfalten könnte.

Europäischer Emissionshandel in der Kritik (1)
Klima im Wandel
Wende in der (europäischen) Klimapolitik?

Die Klimapolitik ist weltweit unter Druck. Auch das europäische Emissionshandelssystem (ETS) ist in der Kritik. Dem weltweiten Klima hilft es (fast) nichts, den industriellen Niedergang in der EU beschleunigt es. Das eigentliche Problem ist aber weniger der (unvollkommene) Zertifikatehandel. Es fehlt eine weltweit aufeinander abgestimmte Klimapolitik. Das ETS kann das Kooperations-Problem nicht lösen. Ohne Kooperation steckt Europa aber in der Klimapolitik-Falle. Wenn es sich wirtschaftlich nicht weiter selbst zerstören will, muss es bei den Klimazielen abspecken. Macht das die Politik nicht bald, werden es die Wähler machen.

Ein Gutachten, das zu denken gibtDekarbonisierung, „grüne“ Leitmärkte und Klimaschutzverträge

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat ein Gutachten zum Thema „Transformation zu einer klimaneutralen Industrie: Grüne Leitmärkte und Klimaschutzverträge“ (hier) vorgelegt, …