Gastbeitrag
Corona-Inflation?
Weiter Vermögens- statt Güterinflation

Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Staaten und Unternehmen verschulden sich in großem Stil, die EZB alimentiert das mit billionenschweren Anleihenkäufen. Viele Anleger befürchten, dass in diesem Umfeld die Inflation anzieht. Ich zeige, was an den Befürchtungen dran sein könnte.

Der eingebrochene Ölpreis und …

Die Staaten stützen mit geliehenem Geld die Kaufkraft der Menschen und damit die Nachfrage, die aber wegen Corona auf ein immer noch beschränktes Angebot trifft. Hotels, Restaurants und andere Unternehmen könnten deshalb ihre Preise deutlich anheben. Aber die Inflations-Warner müssen sich gedulden. Zunächst wird die Inflation nämlich vom Einbruch des Ölpreises dominiert. Der hat die Inflation im April zum ersten Mal seit langem unter die Marke von 1% gedrückt.

… die Unterbeschäftigung sprechen zunächst für niedrige Inflation

Darüber hinaus bremst die schwierige Lage am Arbeitsmarkt die Inflation. In Deutschland sind bis zu zehn Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen, die Zahl der Arbeitslosen wird weiter zulegen. All das schwächt die Verhandlungsposition der Gewerkschaften; die Lohnkosten als der wichtigste inländische Inflationstreiber sollten kaum noch steigen.

Aber was ist mit den Milliarden der EZB?

Die Inflations-Warner werden einwenden, dass das viele Geld der EZB anders als bisher nicht bei den Banken hängenbleibt, sondern seinen Weg in die Realwirtschaft findet. Tatsächlich gewähren die Banken den notleidenden Unternehmen momentan viele neue Kredite und schreiben diese auf den Konten der Unternehmen gut. So gelangt neues Geld in Umlauf, die Geldmenge M3 ist im März so stark gestiegen wie zuletzt vor der Finanzkrise. Normalerweise spricht diese Geldflut langfristig für ein Anziehen der Inflation.

Die Unternehmen werden die Schulden wieder abbauen

Aber die Unternehmen haben mit den Krediten keine ertragreichen Investitionen finanziert, sondern nur Corona bedingte Umsatzausfälle ersetzt. Wenn die Epidemie vorüber ist, werden die Unternehmen alles tun, um die notgedrungen aufgenommen Kredite wieder zurückzuzahlen. Die Geldmenge wird wieder schrumpfen – und damit auch das monetäre Inflationspotential.

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– zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken –

Allenfalls die De-Globalisierung spricht für mehr Inflation

Ein weiteres häufig zu hörendes Argument für eine langfristig höhere Inflation ist das Zurückdrängen der Globalisierung. Tatsächlich machen viele Unternehmen in der Corona-Krise die leidvolle Erfahrung, dass Lieferungen aus dem Ausland ausfallen. Das spricht ebenso für kürzere Lieferketten wie die Neigung vieler Wähler in Europa und den USA, ihre Märkte gegen ausländische Wettbewerber abzuschotten.

Ein Zurückdrängen der Globalisierung wird die Produktion für sich genommen verteuern und spricht grundsätzlich für eine höhere Inflation. Allerdings stockt die Globalisierung schon seit zehn Jahren, ohne dass die Inflation anzieht. Es ist schwer zu prognostizieren, wann die De-Globalisierung die Teuerung steigen lässt – zumal mit der Digitalisierung der nächste strukturelle Inflationsdämpfer im Hintergrund wirkt.

Bis auf weiteres Vermögens- statt Güterinflation

Alles in allem wird Corona wenig daran ändern, dass die Inflation in den kommenden Jahren niedrig bleiben wird. Die Negativzinsen der EZB dürften bis auf weiteres nicht die Güterpreise, sondern die Vermögenspreise inflationieren.

Blog-Beitrag zum Thema:

Norbert Berthold: Im Angesicht des Todes. Sind staatliche Rettungsschirme inflationär?

Eine Antwort auf „Gastbeitrag
Corona-Inflation?
Weiter Vermögens- statt Güterinflation

  1. Warum sollen Unternehmer Schulden abbauen??? Das Geld gibt es doch für lau, deshalb ist es illusorisch zu Glauben, das sie Schulden abbauen werden.
    Es wird wie folgt vorgegangen. Dadurch das die Wirtschaft schon ohne Corona , durch die Politik in die Knie gegangen ist. Siehe irrsinnige Energiewende, Flatterstrom, Dieselmüll und Gendermist etc.. Jetzt werden massenhaft Beschäftigte entlassen, ohne, wie vor der Kriese, Abfindungen oder Betriebsrentenansprüchen. Jetzt wird verschlankt auf Teufel komm raus, weil alles auf Corona geschoben werden kann. Die Traumtänzer der Politik können nicht denken und das sieht man wieder an den Entschädigungsanträgen. Das hier eine bestimmte Gruppe wieder betrügt ist doch klar, da sie ja von der Politik dazu eingeladen werden. Es ginge ja auch wesentlich einfach, anhand der letzten EStE. Mit der Berliner Gurkentruppe gibt es nur noch einen einzigen Weg, u.z. den ins Chaos!

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