Soziale Marktwirtschaft – Ein Auslaufmodell?
Interventionsspiralen, Kipppunkte, ökonomisches Gesetz

„To paraphrase Martin Luther King Jr., if he were an economist: The arc of the economic universe is long, but it bends toward efficiency.“ (Greg Mankiw)

Der Siegeszug der Marktwirtschaft schien unaufhaltsam. (Hochgelobte) Planwirtschaften brachen Anfang der 90er reihenweise zusammen. Ein Gewinner war Deutschland. Der höhere Wohlstand war das eine, die Wiedervereinigung war der größte Gewinn. Der Systemwettbewerb schien ein für alle Mal entschieden, das Ende der Geschichte gekommen (Francis Fukuyama). Von dieser Euphorie ist wenig geblieben. Die Marktwirtschaft scheint vom Erfolgskurs abgekommen. Staat und Plan sind überall auf dem Vormarsch. Die Unternehmen arrangieren sich, für manche wird „rent seeking“ zum Geschäftsmodell. Die Politik freut sich über den Machtzuwachs und nutzt ihn wählerwirksam. Und die Wähler scheinen froh, dass ihnen der Staat vieles abnimmt. Nur: Deutschland tut diese Entwicklung nicht gut. Das deutsche Geschäftsmodell droht zu scheitern. Der Wohlstand bröckelt. Der Sozialstaat erodiert. Das Gros der (industriellen) Unternehmen leiden, Arbeitnehmer haben immer weniger Netto vom Brutto, die Politik ist ratlos. Ist die Soziale Marktwirtschaft ein Auslaufmodell?

Soziale Marktwirtschaft

An der Sozialen Marktwirtschaft ist nur der Begriff deutsch. Den Markt und das Soziale gibt es auch anderswo. Überall geht es darum, Allokation und Verteilung auszutarieren, immer unterschiedlich. Die Erfahrung lehrt: Der Markt ist der beste Mechanismus, knappe Ressourcen effizient einzusetzen. Das schafft er aber nicht allein. Er braucht staatliche Hilfe. Der Staat muss einen Ordnungsrahmen – private Eigentumsrechte, individuelle Vertragsfreiheit, freier Marktzugang – installieren. Die Länder unterscheiden sich, wie sie diesen Rahmen ausgestalten und welche Rolle sie dem Staat zuweisen, als Schiedsrichter oder als Mitspieler. Der Trend ist klar: Alle fummeln am Ordnungsrahmen. Private Eigentumsrechte werden eingeschränkt, individuelle Vertragsfreiheit wird reduziert, der Marktzugang wird beschränkt. Die Rolle des Staates verändert sich: Er sieht sich immer weniger als Schiedsrichter, der die Regeln setzt und dafür sorgt, dass sie eingehalten werden. Er spielt immer öfter selbst mit: Die (planwirtschaftliche) Industriepolitik ist das beste Beispiel.

Der Markt ist zwar effizient, aber nicht gerecht. Diese Meinung ist gesellschaftliche Mehrheitsmeinung. Die Marktergebnisse müssen korrigiert werden. Allerdings gehen die Meinungen, was gerecht ist, weit auseinander. Das ist bei Werturteilen nicht anders zu erwarten. Ein allgemein akzeptiertes Werturteil gibt es aber: Die Garantie eines Existenzminimums. Konfliktfrei geht das aber auch hier nicht ab. Es ist umstritten, wie es konkret auszugestalten ist. Alle über das Existenzminimum hinausgehenden Verteilungsziele sind kontrovers. Strittig ist auch, wie Ungleichheit verringert werden soll. Die einen plädieren für Umverteilung von „oben“ nach „unten“ (Ergebnisgleichheit). Dieser Weg ist effizienzverschlingend. Andere setzen auf mehr soziale Mobilität (Chancengleichheit). Dieser Weg hat weniger allokative Nebenwirkungen. Und er sorgt eher für „Wohlstand für alle“ (Ludwig Erhard). Trotzdem wird auf Wunsch der Wähler und im Interesse der Politik kräftig umverteilt, meist aber nicht von „oben“ nach „unten“, vielmehr in der Mittelklasse von den „nicht ganz Reichen“ zu den „nicht ganz Armen“ (Bernhard Külp).

Der Konflikt zwischen Effizienz und Gerechtigkeit ist in allen Ländern präsent. Er wird aber überall unterschiedlich angegangen. Stellschrauben sind der „Markt“ und das „Soziale“. In der Diskussion über die „Varianten des Kapitalismus“ haben sich in Europa vier Spielarten herauskristallisiert (hier). Das ist zwar holzschnittartig, zeigt aber das Muster. Die „angelsächsische“ Variante (Großbritannien, Irland, Island) setzt auf mehr Markt (höhere Effizienz) und weniger Soziales (größere Ungleichheit). In der „kontinentalen“ Spielart (Deutschland, Österreich, Benelux) entscheiden sich die Länder für weniger Markt (geringere Effizienz) und mehr Soziales (kleinere Ungleichheit). Die „mediterrane“ Variante (Italien, Spanien) setzt auf weniger Markt (geringere Effizienz) und weniger Soziales (größere Ungleichheit). Den Stein der Weisen scheinen die Länder der „nordischen“ Variante (Dänemark, Finnland, Schweden) gefunden zu haben. Sie kombinieren mehr Markt (höhere Effizienz) mit mehr Sozialem (größere Gleichheit). Die spannende Frage ist: Wohin führt der Systemwettbewerb?

Resilienz

Das deutsche Modell der Sozialen Marktwirtschaft ist in der Krise. Die Kombination von Effizienz und Gerechtigkeit stößt sich an der Realität. Skandinavische Länder scheinen beide Größen besser auszutarieren. Das deutsche Geschäftsmodell erodiert. Es war lange erfolgreich, weil es gelang, drei Elemente ideal miteinander zu verbinden: Billige Vorprodukte (Rohstoffe, Energie, Zwischenprodukte), effiziente (industrielle) Produktion (Facharbeiter, Ingenieure, Netzwerke) und weltweit offene Absatzmärkte (Binnenmarkt, USA, China). Die Integration in Europa und die Globalisierung spielte dem (industriellen) Deutschland in die Karten. Der erfolgreiche Markt schuf die Basis für das effizienzverschlingende Soziale. Die „holländische Krankheit“ infizierte auch Deutschland. Nach und nach geriet das Verhältnis von Effizienz und Gerechtigkeit aus der Balance. Die Realität hat alle drei Pfeiler des deutschen Geschäftsmodells beschädigt. Macht auf den Weltmärkten, chinesischer Schock, kriegerische Auseinandersetzungen, Auflösung des sektoralen Strukturstaus, eigene Fehler (Energiewende) gefährden den Wohlstand und die ökonomische Basis des Sozialen.

Deutschland muss resilienter werden, eine Binsenweisheit. Das macht es notwendig, das Verhältnis von Effizienz und Gerechtigkeit neu zu kalibrieren. Dabei spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Anpassungslasten und Anpassungskapazität. Die Anpassungslasten (exogene Schocks) werden weiter steigen. Demographie, Digitalisierung und Deglobalisierung zählen wohl dazu. Die Politik in Berlin und anderswo kann sie kaum (kurzfristig) beeinflussen. Generatives Verhalten ist politikresistent. Die Digitalisierung ist technikgetrieben. Protektionismus ist Sache der Weltmächte. Die „3 Ds“ sind Lasten, denen Deutschland nicht ausweichen kann. Sie müssen getragen werden. Es gibt aber auch Anpassungslasten, die werden von der nationalen Politik verursacht. Ein solcher Politikschock ist etwa die selten „dumme“ deutsche „Energiewende“. Sie verstärkt die Anpassungslasten der Dekarbonisierung. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft leidet, der Wohlstand erodiert. Sie ist ineffizient, weil sie (fast) keinen Beitrag zum weltweiten Abbau von C02 leistet. Und sie ist kostspielig, weil sie Hunderte von Milliarden an Euros verbrennt.

Wie gut eine Marktwirtschaft ist, erkennt man daran, wie effizient sie Anpassungslasten verarbeitet und Friktionen im Strukturwandel sozial abfedert. Anpassungslasten verursachen marktliche Ungleichgewichte. Darauf reagieren funktionsfähige Märkte mit flexiblen relativen Preisen und mobilen Produktionsfaktoren. In diesem (strukturellen) Prozess der Anpassung an neue ökonomische Gegebenheiten gibt es nicht nur Gewinner, einige verlieren auch. Eine Soziale Marktwirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Lasten sozial abfedert, die Arbeitnehmer tragen müssen, möglichst anreizkompatibel. Die Realität sieht oft anders aus. Interessengruppen versuchen, die Politik zu bewegen, den marktlichen Anpassungsprozess über flexible relative Preise und mobile Faktoren zu behindern. Und die Politik tut ihnen oft den Gefallen. Interventionismus, Regulierungen, Subventionen sollen den Wettbewerb auf den Märkten entschärfen. Das mag kurzfristig der Fall sein. Längerfristig ist das Gegenteil richtig. Ein ausgebauter Sozialstaat leistet Hilfe, die oft weder effizient noch anreizkompatibel ist. Die Soziale Marktwirtschaft sklerotisiert. Das ist das deutsche Problem.

Inhärente Instabilität

Sind Marktwirtschaften inhärent instabil? Ordnungspolitisch richtig – Eigentumsrechte, Vertragsfreiheit, Marktzugang – aufgestellt, sind sie zwar das beste System, knappe Ressourcen effizient einzusetzen. Die Gefahr ist aber groß, dass rentensuchende Interessengruppen die Effizienzgewinne erodieren, weil sie ein größeres Stück vom Kuchen wollen. Interessenten für spezifische staatliche Vergünstigungen sind (Sozial)Verbände, Gewerkschaften, EE-Lobbyisten, NGOs und andere mehr. Das Einfallstor ist die Demokratie. Die Politik markiert mit dem Ordnungsrahmen den groben Einflussbereich des Marktes. Wieviel Wettbewerb tatsächlich möglich ist, wird auf politischen Märkten entschieden. Rentensuchende Interessengruppen fragen staatliche Interventionen – Subventionen, Regulierungen, Umverteilung – nach. Die Politik bietet diese Vergünstigungen möglichst vielen an. Schließlich will sie wiedergewählt werden. Damit diese Chancen real werden, versucht sie, die Lasten möglichst unfühlbar auf die große Masse der Wähler zu verteilen. Ein beliebtes Vehikel ist die (explizite und implizite) staatliche Verschuldung.

Marktwirtschaften sind in einem Dilemma: Einerseits brauchen sie den Staat (Politik), weil nur er einen (effizienten) Ordnungsrahmen installieren kann. Andererseits leiden sie unter ihm, weil er mit Interventionen die Effizienz des Marktes erodiert. Die Politik hat eine Interventionsspirale (Ludwig von Mises) ausgelöst. Staatliche Eingriffe breiten sich wie ein Ölfleck (Friedrich A. von Hayek) in der Ökonomie aus. Der Einfluss des Marktes wird zurückgedrängt. Die Staatsquote steigt. Sie liegt schon bei über 50 % (hier). Das mindert die Fähigkeit von Marktwirtschaften, sich an exogene Schocks anzupassen. Die Resilienz sinkt. Es ist nicht nur das „Soziale“, das inzwischen die Soziale Marktwirtschaft beschädigt. Unbestritten: Der Sozialstaat expandiert. Die Ausgaben für „soziale Sicherheit“ und „soziale Gerechtigkeit“ explodieren. (Sozial)Abgaben, Steuern und Staatsverschuldung steigen.  Allerdings: Es sind auch unternehmerische Interessenverbände, die den Markt zur Ader lassen. Das Subventionsvolumen erreicht immer neue Höchststände. Kein Wunder, dass der Chicago-Marktökonom Luigi Zingales der Meinung ist, man müsse den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. 

Die Tendenz ist eindeutig. Staatlicher Plan verdrängt gegenwärtig wettbewerblichen Markt. Gibt es Kipppunkte, an denen interventionistische Quantität ohne Wiederkehr in planwirtschaftlich Qualität umschlägt? Eine steigende Staatsquote, dichtere Regulierungen, verstärkte Industriepolitik, vermehrte Preisinterventionen (Mindestlöhne, Mietpreisbremse, Interventionspreise) schaukeln sich auf. Sie beschädigen das Informationssystem der Preise, verzerren unternehmerische Entscheidungen, produzieren Fehlallokationen. Pfadabhängigkeiten, lock-in-Effekte, Hysteresis, Irreversibilitäten verstärken die Gefahr, dass nicht mehr zurückkehrt, was einmal verloren geht. Dagegen spricht, dass sich politische Macht letztlich nicht gegen das ökonomische Gesetz durchsetzt (Eugen von Böhm-Bawerk). Auf ökonomischen Märkten bremst die Abwanderung mobiler Faktoren (Realkapital, hochqualifizierte Arbeit) den Interventionismus. Die Schattenwirtschaft verstärkt den Effekt. Auf politischen Märkten wirkt der Widerspruch (Albert Hirschmann) der Wähler dem interventionistischen Treiben entgegen. Allerdings: Letztlich sind es schwere Krisen (Mancur Olson), die Interventionsspiralen stoppen.

Zukunft

Wie berechtigt ist der Optimismus des ökonomischen Gesetzes? Wie lange dauert es, bis die Politik den interventionistischen Weg korrigiert? Kommt die Korrektur vielleicht zu spät? Landen wir irreversibel in der Planwirtschaft? Braucht das ökonomische Gesetz tatkräftige Hilfe durch eine wirksame Angebotspolitik? Die Geschichte ist voll von Fällen, in denen Gesellschaften vom Pfad der marktwirtschaftlichen Tugend abwichen, sich planwirtschaftlich verirrten aber doch wieder auf den „richtigen“ Weg zurückfanden. Die Transformation in Osteuropa (und der DDR) zu Beginn der 90er ist ein extremes Beispiel. Optimistisch stimmt: Eine Umkehr ist möglich. Pessimistisch wirkt: Es dauert oft sehr lange. Kritisch ist: Die Umkehr war disruptiv, ökonomisch und politisch kostspielig. Für den heutigen deutschen Fall wichtiger sind die Fälle der Umkehr in Länder mit ähnlicher ökonomischer Vergangenheit wie unserer: Großbritannien, Schweden, Dänemark, Neuseeland. Mit der Agenda 2010 haben wir auch eigene (positive) Erfahrungen. Alle diese Länder gerieten nach und nach auf die schiefe Bahn (slippery slope) der Planwirtschaft. Harte Reformen brachten sie (oft viel später) wieder auf einen stärker marktwirtschaftlichen Kurs.

Deutschland kann von Schweden einiges lernen, wenn es um Reformen geht. Schweden entwickelt sich vom Markt („Kapitalismus mit starkem Sozialstaat“) zum Plan („Sozialismus, der funktioniert“) und zurück. Von einem der ärmsten Länder in Europa 1870 wurde es zu einem der reichsten. Freihandel, Privateigentum und Rechtsstaat waren treibende Kräfte. Spätestens ab den frühen 1970er Jahren entwickelte es sich interventionistisch. Der Wohlfahrtsstaat expandierte, die Steuern stiegen, die Verschuldung wuchs, die Lohnverteilung wurde egalitär, die Regulierungen wucherten. Das Land war klar auf interventionistischem Kurs. Die „schwedische Krankheit“ nahm ihren Lauf. Erst sank das Wachstum der Produktivität, dann stagnierten die realen Einkommen, dann verließen Unternehmen (IKEA, Teile von Volvo) und Hochqualifizierte das Land. Anfang der 90er Jahre kippte die Entwicklung: Auslöser waren Bankenkrise, Massenarbeitslosigkeit, Staatsschuldenkrise. Die Politik entschied sich zum Kurswechsel. Sie kehrte stärker zum Markt zurück: Deregulierung, Steuersenkungen, Privatisierungen, Rentenreform, Inflation Targeting, Marktöffnungen waren „marktliche“ Meilensteine. Eingefleischte Marktwirtschaftler sind skeptischer: „Der Wohlfahrtsstaat wurde kapitalistischer“.

Der Fall Schweden zeigt den Aufstieg durch marktwirtschaftliche Kräfte, die Sklerose durch Interventionismus, den Kipppunkt in der Krise und die teilweise Umkehr durch Reformen. Er zeigt aber auch, dass sich der Interventionsstaat schleichend entwickelt, der Ausbruch der Krise sich hinausschieben lässt und die Umkehr zur Marktwirtschaft nicht von heute auf morgen stattfindet. Das ökonomische Gesetz braucht Hilfe durch eine konsequente Angebotspolitik. Und noch etwas lässt sich aus dem schwedischen Fall und dem anderer „Umkehrländer“, wie Dänemark, Großbritannien, Neuseeland, lernen: Erfolgreiche Reformen sind erst möglich, wenn korporatistische Vetopositionen reduziert werden, klare politische Verantwortung installiert und auf mehr Wettbewerb gesetzt wird. Korporatistische Lösungen, wie Konzertierte Aktionen, sind nicht die Lösung des Problems, sie sind das Problem. „Runde Tische“ neigen dazu, Lasten auf Dritte, meist künftige Generationen, zu verschieben, sich auf Klein-Klein-Kompromisse zu verständigen und den Reformstau zu verlängern. Gefragt sind politische Entscheidungen nicht endlose Verhandlungsrunden.

Fazit

Wie das deutsche Wirtschaftsmodell in 50 Jahren konkret aussehen wird, steht in den Sternen. Die Glaskugel ist trübe (Greg Mankiw). Vieles spricht aber dafür, dass es eine Variante der Sozialen Marktwirtschaft sein wird. Soziales und Marktwirtschaft bleiben in einem Spannungsverhältnis. Das Soziale ist – neben kostspieligem „rent seeking“ der Interessengruppen – eine treibende Kraft hinter der inhärenten Instabilität der Marktwirtschaft. Es mag schon sein, dass es zeitweilig das Marktliche zurückdrängt (Ludwig von Mises, Friedrich A. von Hayek). Letztlich stellt sich das Soziale aber wegen der sklerotisierenden Nebenwirkungen selbst ein Bein. Diese Phase kann aber dauern. Die überlegene Effizienz des Marktes lässt die Bäume des weniger effizienten Sozialen längerfristig nicht in den Himmel wachsen. Das ökonomische Gesetz (Eugen von Böhm-Bawerk) korrigiert die schlimmsten Exzesse staatlichen Interventionismus. Es setzt sich durch, wenn auch oft erst nach schweren, kostspieligen Krisen (Mancur Olson). Mehr Angebots- und weniger Prozesspolitik würden die Kosten des Hin und Her von Sozialem und Marktlichem senken. Unvollkommene politische Märkte verhindern einen solchen Politikwechsel. Ich sehe nicht, wie es gelingen könnte, diesen Webfehler der Demokratie im demokratischen Prozess zu korrigieren. Es wird wohl weiter kostspielige Krisen brauchen, systemimmanente Interventionsspiralen zu korrigieren.

Podcast zum Thema:

Hat die Marktwirtschaft eine Zukunft? Wenn ja, wie viele?

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (ALU), Prof. Dr. Norbert Berthold (JMU) und Jörn Quitzau (Bergos)

Blog-Beiträge zum Thema:

Manfred Wittenstein (Wittenstein AG, 2026): Soziale Marktwirtschaft. Erfolgsgeschichte mit Reformbedarf

Issing, Otmar (ex EZB, 2025): Realitätsverweigerung

Michael Heise (HQ, 2025): Standort Deutschland unter Druck. Aber die Politik zögert und zögert

Norbert Berthold (JMU, 2022): Wirtschaftspolitik heute. Viel ordnungspolitischer Unfug

Christoph A. Schaltegger (IWP, 2022): Der Markt braucht den Staat. Und der Staat braucht Regeln. Was uns die soziale Marktwirtschaft heute zu sagen hat

Norbert Berthold (2021): Was ist des Marktes, was des Staates? Wuchernde Staatswirtschaft, gezinkte Märkte und ratlose Ordnungspolitiker

Ulrich van Suntum (WWU, 2013): Ordnungspolitische Leere: Es steht mehr auf dem Spiel als nur die Effizienz

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