Gastbeitrag
Bundestariftreuegesetz
Angriff auf die Tarifautonomie

Das geplante Bundestariftreuegesetz soll die Tarifbindung in Deutschland stärken. Es ist aber kaum zu erwarten, dass das Gesetz die Tarifbindung messbar steigern wird. Dafür nimmt die Koalition aus Union und SPD in Kauf, dass Firmen mit Haustarifverträgen und tarifgebundene Firmen mit tariflichen Öffnungsklauseln diskriminiert werden. Und das geschieht unter Billigung jener Gewerkschaften, die diese Haustarifverträge und tariflichen Öffnungsklauseln zuvor mitgetragen haben.

Der tiefe Fall der “Guardian’s of Democracy”

Die Urteile des BVerfG 2021 und des BVerwG 2026 verpflichten die Bundesregierung zu einer Klimapolitik, die bis hin zur Klimaneutralität führen soll. Die ökonomische Folgen einer solchen Politik werden nicht beachtet. Die Frage der Wirksamkeit Deutschlands im Hinblick auf das Klima wird mehr oder weniger lapidar mit einem Verweis auf das Paris Abkommen abgetan. Das reicht nicht aus!

Gastbeitrag
Mehr Langfristorientierung in der Politik!

Deutschland steckt in struktureller Stagnation. Reformen werden vertagt, politische Debatten kreisen um kurzfristige Maßnahmen statt um tragfähige Zukunftsstrategien. Wer Demografie, Digitalisierung und geoökonomische Umbrüche erfolgreich bewältigen will, braucht mehr strategische Vorausschau, institutionelle Disziplin und den Mut zu langfristigem Denken.

Gastbeitrag
Handelsabkommen – Wie geht es nach Mercosur weiter?

Mit dem Mercosur-Freihandelsabkommen will die EU den europäischen Unternehmen einen besseren Zugang zum südamerikanischen Markt verschaffen, um die Belastung durch die höheren US-Zölle auszugleichen. Zwar ist das Abkommen nach einer Entscheidung des Europäischen Parlaments wieder in der Warteschleife. Es könnte aber in Zukunft vorläufig angewendet werden. Zudem dürften in den kommenden Monaten weitere Handelsabkommen folgen, die auch der deutschen Wirtschaft wichtige Chancen bieten.

Zyklische Unterschiede in deutschen A-Städten
Die letzten 35 Jahre

Häufig wird bei Wohnungsmarktberichten auf Durchschnittswerte geachtet. Doch dies ist trügerisch, weil die Mittelwerte die zum Teil erheblichen Unterschiede verdecken. Dass dies für die Unterschiede zwischen München und dem Ruhrgebiet gilt, leuchtet sofort ein. Doch es gilt auch für Unterschiede innerhalb der Städte sowie für Unterschiede in einzelnen konjunkturellen Phasen. Diese unterschiedlichen Dynamiken sind aufschlussreich. Daher müssen wohnungswirtschaftliche Analysen kleinräumig erfolgen.

De-Industrialisierung in Deutschland
Strukturwandel, Politikversagen, Rostgürtel

Deutschland ist wirtschaftlich in Schwierigkeiten. Der sektorale Strukturwandel macht ihm zu schaffen. Das industrielle Herz – Auto, Maschinenbau, Chemie – ist aus dem Rhythmus. Alle drei Branchen bauen in großem Stil inländische Arbeitsplätze ab. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die „Gesetze“ des Strukturwandels gelten auch für die deutsche Industrie. Seine Bedeutung wird sinken. Damit muss ein Land und seine Bürger leben (lernen). Die Politik hat nichts Besseres zu tun, als Öl ins Feuer zu gießen. Sie beschleunigt den industriellen Niedergang. Das Gespenst der „rust belts“ könnte bald auch in Deutschland spuken. Es ist allerdings zu hoffen, dass die Politik die „Strukturpeitsche“ doch noch aus der Hand legt.

Podcast
Gerechtigkeit – Was ist das?

Was ist gerecht, was ist ungerecht? Woran sollte sich eine Gesellschaft orientieren, an der Ergebnis- oder eher der Chancengleichheit? Ist es ungerecht, wenn Einkommen und Vermögen inter-personell (sehr) ungleich verteilt sind? Was ist sinnvoller, um Ungleichheit zu verringern, (noch) mehr staatliche Umverteilung oder eine höhere soziale Mobilität? Woran sollte sich eine Gesellschaft orientieren, die Lasten des demographischen Wandels inter-generativ gerecht anzulasten? Wie sollte sie die umlagefinanzierten Systeme der Sozialen Sicherung reformieren?

Japans dreifache Hoffnungslosigkeit

Japans neue Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat im Wahlkampf versprochen Japan mit einer „verantwortungsvollen und proaktiven Fiskalpolitik“ wieder „widerstandfähiger und wohlhabender“ zu machen. Mit den Neuwahlen hat sie sich ein starkes Mandat dafür geholt. Doch mit altem Wein in neuen Schläuchen wird sie Japans dreifache Hoffnungslosigkeit nur größer machen.