Gastbeitrag
Weder Markt noch Plan
Die Organisationswirtschaft als dritter Typus – und warum die Soziale Marktwirtschaft sie nicht erkennt

Die gängige Selbstbeschreibung der deutschen Wirtschaftsordnung lautet: Marktwirtschaft mit Korrekturen. Sie ist falsch – nicht weil zu viel korrigiert würde, sondern weil sich der Koordinationstypus selbst gewandelt hat. Was sich herausgebildet hat, ist weder Sozialismus noch Markt, sondern ein dritter Typus: die Organisationswirtschaft. Wer ihn nicht benennt, verfehlt die Diagnose – und damit den Reformbedarf.

Gastbeitrag
Paradigmenwechsel zur Beurteilung der Weltlage im Jahr 2026
Sieben Denkanstöße zu Wachstum, Macht, Robustheit, wirtschaftlicher Freiheit und der Zukunft der Menschheit

Deutschlands wirtschaftliche Probleme sind nicht nur konjunktureller Natur, sondern strukturell. Politische Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre haben die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt – oft gestützt auf fragwürdige Annahmen über die globalen Rahmenbedingungen. Eine wirtschaftspolitische Neuorientierung setzt daher voraus, die Realität der Welt nüchtern anzuerkennen. Genau darin liegt der notwendige Paradigmenwechsel.

Alterssicherungskommission
(Renten)Politik im (demographischen) Rückspiegel

Die Alterssicherungskommission hat geliefert. Alles in allem: Die (grobe) Richtung stimmt. Dazu musste sie erst den Scherbenhaufen zusammenkehren, den die langjährige Politik in der GRV angerichtet hat. Sie hat viel Richtiges vorgeschlagen. Die Vorschläge greifen allerdings (oft) zu kurz, sind inter-generativ „ungerecht“ und kommen (meist) zu spät. Die Jungen sind die Dummen. Mit der neuen Kapitalrente schlägt die Kommission einen kapitalfundierten (staatlichen) Anbau an die marode umlagefinanzierte GRV vor. Ist das ein Systemwechsel in der Alterssicherung oder nur „Konkursverschleppung“?

Krise? Welche Krise?
Wie uns uneinlösbare Versprechen in die Falle der Populisten lockten

Generationenverträge gibt es in der Renten- und Pflegeversicherung, aber auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Aus individueller Sicht werden Einzahlungen in diese Systeme als legitim erworbene Leistungsversprechen für Alter, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit wahrgenommen. Zugleich muss der Staat diese Leistungsversprechen aber genau in dem Maße brechen, in dem die Bevölkerung schrumpft. Dieser Widerspruch ruft milde und aggressive Populisten auf den Plan.

Podcast
US-Zentralbank
Eine neue geldpolitische Ära

Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der US-Zentralbank Fed, hat einen bemerkenswerten Start hingelegt. In seiner ersten Pressekonferenz betonte er nicht nur, dass die US-Zentralbank unter seiner Führung Preisstabilität liefern wird, er kündigte auch Reformen für fünf Themenfelder an. Die Reformvorschläge sollen in den nächsten Monaten von fünf Arbeitsgruppen erarbeitet werden. Beginnt damit eine neue geldpolitische Ära?

Generationengerechtigkeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung

In den kommenden Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre sukzessive in den Ruhestand eintreten. Die jüngeren Kohorten, die in einem umlagefinanzierten System deren Rentenansprüche bedienen müssen, sind zahlenmäßig hingegen deutlich kleiner. Ohne durchgreifende Reformen müssten sie also einen wachsenden Anteil ihrer Einkommen für die Alimentation der Generation ihrer Eltern und Großeltern abgeben. Damit stellt sich die Frage nach einer „gerechten“ Aufteilung der Alterssicherungslasten auf die verschiedenen Generationen.

Gastbeitrag
Markt und Moral
Gegner oder Partner?

Markt und Moral werden oft als Gegensätze gesehen: hier der kalte, vermeintlich von Egoismus getragene, rationale Markt, dort die warmherzige, altruistische und werteorientierte Moral. Dies ist die Sichtweise der zahlreichen Marktkritiker. Dabei gerät die gegenseitige Bedingtheit aus dem Blick. Der Markt benötigt nämlich die Moral als Fundament – denn ohne Vertrauen und Rechtssicherheit kann kein Handel existieren und sich kein Markt etablieren. Umgekehrt benötigt die Moral die Effizienz des Marktes, um den Wohlstand zu erwirtschaften, der ein würdevolles Leben und eine gerechte Güterverteilung überhaupt erst ermöglicht.

ArchivBlog ReloadedAktuelle Themen, alte Beiträge