Gastbeitrag
Alle wollen Reformen – zahlen sollen die anderen
Zur Politischen Ökonomie der Blockade

Die Reformmisere gilt als Versagen der Politiker – oder, neuerdings, als Versäumnis eines Volkes, das sich „hängen lässt“. Beide Diagnosen verfehlen den Kern. Reformblockaden sind keine Frage von Charakter oder Klugheit, sondern von Anreizen: Immer mehr Menschen verlangen Reformen, doch zahlen und verlieren sollen andere. Der Beitrag zeigt die Blockade als Gleichgewicht einer Ordnung, in der Fordern und Bezahlen auseinanderfallen, und argumentiert ordnungspolitisch: Nicht ein gebessertes Volk und nicht ein Regieren gegen das Volk, sondern Regeln, die Entscheider und Folgenträger zusammenführen, sind das wirksamste Gegenmittel.

Gastbeitrag
Mehr Markt, weniger Staat
Anmerkungen zur Staatsquote von 50%

Die deutsche Staatsquote ist hoch, aber sie ist keine präzise Kennzahl. Sie misst den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft nur unzureichend. So werden nicht-finanzielle Regulierungen in der Staatsquote nicht berücksichtigt. Zudem differenziert die Staatsquote nicht zwischen produktiven und unproduktiven Eingriffen des Staates. Im Ergebnis ist der staatliche Einfluss noch stärker als offiziell ausgewiesen.

Gastbeitrag
Die Erdbeerformel
Prolegomena zu einer jeden künftigen Gegenüberstellung von Kernenergie und Solarenergie, die, statt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, als Wissenschaft wird auftreten können.

Der weit verbreitete direkte Vergleich der Kosten von grundlastfähiger Kernenergie mit fluktuierender Solarenergie ohne Berücksichtigung von Speicherkosten ist ein Paradebeispiel für irreführende Wissenschaftskommunikation. Wem Wissenschaft am Herzen liegt, sollte ab sofort solche energieökonomischen Taschenspielertricks mit Verweis auf die Erdbeerformel zurückweisen.

Es ist (auch) die Politik, nicht (nur) die Demographie!
Sanierung der Systeme der Sozialen Sicherung

Umlagefinanzierte Systeme der Sozialen Sicherung haben zwei gravierende Webfehler: Sie sind inhärent instabil und anfällig für exogene Schocks. Inhärent instabil sind sie, weil moral hazard, Baumol’sche Kostenkrankheit und eine lohnbasierte Finanzierungsstruktur selbstzerstörerisch wirken. Von exogenen Schocks getroffen werden sie, weil Demographie, technischer Fortschritt, aber auch die Politik ihnen immer neue Lasten aufbürden. Frei nach William Shakespiere: Es ist (auch) die Politik, nicht (nur) die Demographie. Eine effiziente Sanierung der Sozialversicherung muss beide Schwachstellen in den Griff bekommen, die inhärente Instabilität und exogene Schocks.

Podcast
Haushaltsloch trifft Subventionsboom
Haushaltsdefizite, Subventionsabbau, Widerstände

Trotz der Zweckentfremdung von Mitteln aus dem Sondervermögen und der Bereichsausnahme Verteidigung werden die Löcher im regulären Haushalt des Bundes immer größer. Gleichzeitig leisten wir uns ein System ergiebiger, oft ineffizienter und sozial ungerechter Subventionen. Ein Abbau von Subventionen würde drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Fehlanreize beseitigen, Haushaltslücken verringern, mehr Mittel für Investitionen schaffen.

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