Kurz kommentiert
Stetigkeit in der Politik?
Das Bundesverfassungsgericht und der Atomausstieg

Von Jan Schnellenbach am 7. Dezember 2016

Nun ist also passiert, was die TTIP- und CETA-Gegner immer befürchtet hatten: Konzerne werden vom Staat entschädigt. Möglicherweise in Milliardenhöhe! Für eine politische Entscheidung, die von einer demokratischen Regierung getroffen wurde! Auf der Grundlage eines Gerichtsurteils! Nun war es zwar diesmal kein Schiedsgericht, aber das tut der ersten Empörung in manchen Kommentarspalten keinen Abbruch.

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BlogDialog
„Der Mensch muss auch im Zeitalter der Industrie 4.0 im Mittelpunkt stehen“
Der Unternehmer Manfred Wittenstein im Gespräch

Von Wirtschaftliche Freiheit am 6. Dezember 2016

Herr Dr. Wittenstein, wie würden Sie die vierte industrielle Revolution in Worte packen?

Manfred Wittenstein: Die Definition von Industrie 4.0 ist sehr lebendig, da sie sich im Laufe der Zeit verändert. Dabei wird häufig vieles in einen Topf geworfen: Digitalisierung, Internet der Dinge, Virtualität. Da muss man aufpassen. Industrie 4.0 bedient sich zwar der Digitalisierung und der Vernetzung als Werkzeuge, ist aber im Kern auf industrielle Wertschöpfung ausgerichtet. Letztlich geht es darum, reale und virtuelle Welt innerhalb, aber auch zwischen Firmen und Kunden miteinander zu verschmelzen – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Somit verändern sich Geschäftsmodelle.

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Ein Plädoyer für das Ende staatlicher Wachstumspolitik

Von Michael Neumann am 4. Dezember 2016

Eines der Primärziele der deutschen Wirtschaftspolitik ist seit jeher die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt hierzulande eine verlässliche Wachstumsrate im  niedrigen einstelligen Bereich. Auch von den Krisenjahren, die auf den globalen Zusammenbruch der Finanzmärkte folgten,  erholte sich die deutsche Wirtschaft rasch und nimmt in der Europäischen Union seit Jahren wieder eine Vorreiterposition in Sachen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ein. Davon sollte eigentlich auch der einzelne deutsche Bundesbürger profitieren. Schließlich wächst mit der Wirtschaftsleistung im Durchschnitt auch das individuelle Einkommen; und damit steigt der Verfügungsrahmen für den Konsum von Waren und Dienstleistungen. Der Bundesbürger hätte demzufolge allen Grund, mit jedem Zuwachs an Einkommen ein wenig glücklicher zu werden. Doch laut den Ergebnissen der empirischen Glücksforschung entspricht das nicht der Realität.

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Plurale Ökonomik (4)
Zum Elend der „Pluralismus-Debatte“
Und ein Vorschlag zur Güte

Von Christian Schubert am 2. Dezember 2016

Wie geht es eigentlich unserer alten Bekannten, der Dauerdebatte um die „unzureichende Vielfalt in der Ökonomik“? Die Volkswirtschaftslehre, so lesen wir, ist auf Sinnsuche, und angeblich nimmt das nun auch der altehrwürdige Verein für Socialpolitik zur Kenntnis. Die VWL findet sich, so hören wir, wieder im Spannungsfeld zwischen kritischen Studierenden, renitenten Professoren und einer Öffentlichkeit, deren Vertrauen in die Profession schon einmal ausgeprägter war. Zugleich sinkt die Nachfrage nach einem VWL-Studium offenbar stetig – und das in einer Zeit, in der der Bedarf an ökonomischer Expertise größer ist denn je.

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Und jetzt die Europa-Armee?
Kritische Anmerkungen aus politisch-ökonomischer Sicht

Von Roland Vaubel am 30. November 2016

In den letzten Monaten haben sich mehrere deutsche Ökonomen (Hans-Werner Sinn, Lüder Gerken, Friedrich Heinemann) dafür ausgesprochen, jetzt das Projekt einer europäischen Verteidigungsunion in Angriff zu nehmen. Den Zeitpunkt dieser Initiativen kann man leicht erklären.

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Gastbeitrag
Sind (weitere) Sanktionen gegen Russland sinnvoll?

Von Andreas Freytag am 28. November 2016

Erst die Annexion der Krim, jetzt der brutale Krieg in Syrien – Wladimir Putin gibt dem Westen viele Gründe, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Doch wann sind Sanktionen sinnvoll? Und ab wann schaden sie?

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Synergetische Prozessabläufe für den Mittelstand

Von Rainer Thomé am 27. November 2016

Laut Institut für Mittelstandsforschung in Bonn gehört die Mehrzahl aller deutschen Unternehmen zum Mittelstand. Sie beschäftigen 16 Millionen Menschen und erzeugen 55% unserer Nettowertschöpfung. Das ist aber keine Position zum Ausruhen. Es sind vielmehr laufend weitere Anstrengungen nötig, um sich im Rahmen der Herausforderungen gegen die anderen Mittelständler durchzusetzen und gleichzeitig keine Positionen an die großen Unternehmen abzugeben. Ohne weitere Bemühungen in Bezug auf die Digitalisierung wird das nicht gehen. Prägnanter formuliert müssen gewaltige Anstrengungen unternommen werden bezüglich der Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit zwischen eben diesen Mittelständlern und mit den anderen, größeren Unternehmen. Der Mittelstand trägt dabei das höhere Erfolgsrisiko im Vergleich zu den Großen. Die können zumindest teilweise ihre Rahmenbedingungen, Prozeduren und Standards durchsetzen – der einzelne Mittelständler kann das nicht. Im Gegenteil, er muß sich pro Euro Umsatz mit vergleichsweise mehr Kunden, Lieferanten, Versicherungen und Behörden arrangieren. Jeder, dem unsere wirtschaftliche Zukunft wichtig ist, muss sich daher um die durchgängige Digitalisierung der mittelständischen Infrastruktur bemühen! Denn in der multilateralen, oszillierenden Abstimmung aller Beteiligten des Liefernetzwerks liegt die Chance für einen störungsarmen, zeitlich koordinierten Produktionsablauf.

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Gastbeitrag
Auf Pump gegen den Populismus

Von Oswald Metzger am 25. November 2016

Die Verschuldung auf unserem Globus wächst weiter. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken wirkt wie ein Katalysator für das ungehemmte Schuldenmachen. Nach der Trump-Wahl in den USA wird „deficit spending“ in den Wahlkämpfen gegen die Le Pens und Petrys politisch ein neues Label bekommen: “Auf Pump gegen den Populismus!“

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Plurale Ökonomik (3)
Die Sinnsuche in den Wirtschaftswissenschaften
Anmerkungen zum neuen Buch von Philip Plickert

Von Wolf Schäfer am 23. November 2016

Wie schon im Vorjahr so hat auch in diesem Jahr die Bundeskanzlerin bei der Übergabe des Sachverständigenrat-Gutachtens vor der Bundespressekonferenz stante pede, ohne eine einzige Zeile vorher gelesen zu haben, öffentlichkeitswirksame Kritik an zentralen Aussagen des Gutachtens geübt. Fünf gestandene Professoren der Wirtschaftswissenschaften wurden von einer promovierten Physikerin öffentlich in die Schranken gewiesen: Eine politische Anmaßung von (Besser-)Wissen und Kompetenz? Das erinnert stark an Helmut Schmidt: Wissen Sie, gestand er einmal, ich habe sowohl als Finanzminister als auch als Bundeskanzler nicht eine einzige Zeile des SVR-Gutachtens gelesen. „Mich hat das nie interessiert, was Wirtschaftsprofessoren so schreiben“. Und selbst die englische Queen zweifelte jüngst nach der internationalen Finanzkrise an den Fähigkeiten ihrer ökonomischen Professoren-Elite indem sie fragte: „Why did nobody see it coming“?. Diese Frage, die ja auch in Deutschland große Popularität genießt, würde man wohl kaum zwecks genereller Infragestellung ihrer gesamten Wissenschaftsdisziplin den Medizinern stellen, weil sie nicht in der Lage seien, für die Patienten den Ausbruch einer bestimmten Krankheit exakt zu vorauszusagen. Das trifft ganz sicher auch für die Ingenieurwissenschaften zu, deren Reputation in Gänze nicht infrage steht, nur weil irgendwo eine Brücke zusammengestürzt ist. Aber es gibt repräsentative Umfragen, die zeigen, dass rund 80 Prozent der Deutschen der Meinung sind, die Gesellschaft brauche keine Ökonomen, deren Wissenschaft sei überflüssig.

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Brauchen wir das Wissenschaftszeitvertragsgesetz?

Von Frank Daumann am 22. November 2016

Für Universitäten und Forschungseinrichtungen gilt in Deutschland seit dem Jahr 2007 ein Sonderarbeitsrecht, das sogenannte Wissenschaftszeitvertragsgesetz (Wissenschaftszeitvertragsgesetz vom 12. April 2007 (BGBl. I S. 506), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 11. März 2016 (BGBl. I S. 442) – WissZeitVG), das mit Wirkung vom 17. März 2016 novelliert wurde. Dieses Arbeitszeitgesetz, das eine zeitliche Befristung der Arbeitsverträge für wissenschaftliches und künstlerisches Personal zulässt, steht mit einer gewissen Regelmäßigkeit zur öffentlichen Debatte. Die ursprüngliche Regelung sah im wesentlichen eine Begrenzung der befristeten Arbeitsverträge für wissenschaftliches und künstlerisches Personal des akademischen Mittelbaus auf insgesamt zwölf Jahre (sechs Jahre vor der Promotion und sechs Jahre danach) vor.

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