Podcast
Quo vadis EWU?
Von fiskalischen und monetären Spannungen

Die EWU ist gegenwärtig kein Krisenherd. Das könnte sich aber ändern. Der wichtigste Krisen-Treiber ist die staatliche Verschuldung. Sie läuft aus dem Ruder, nicht nur im Süden der EWU. Die Spannungen zwischen zentraler Geldpolitik und nationalen Fiskalpolitiken könnten wieder zunehmen. Mit der Ruhe in der EWU wäre es schnell vorbei. Es drohte die Gefahr der fiskalischen Dominanz. Die EWU bleibt nur stabil, wenn es gelingt, die Budgetrestriktionen der Mitgliedsländer zu härten. Nur dann kann die EZB wieder monetär dominieren und ihr Mandat der Preisstabilität erfüllen. Wie kann es gelingen, was bisher nicht gelungen ist, die nationalen Budgetrestriktionen zu härten? Was passiert, wenn der Versuch scheitert? Setzt die EZB ihre monetäre Dominanz trotzdem durch und diszipliniert die nationalen Fiskalpolitiken? Ist das in ihrem eigenen institutionellen Interesse?

Wie reagieren die Mitgliedsländer? Weichen sie aus und gehen den Weg über gemeinsame EU-Schulden? Der Zielkonflikt zwischen Geld- und Fiskalpolitik bliebe ungelöst. Es drohten Inflation, Verteilungskämpfe und wirtschaftliches Siechtum. Was dann? „Durchwursteln“ wäre der „worst case“, also nichts Neues, nur mehr vom Alten. Der Preis wäre wirtschaftlicher Niedergang. Wäre eine politische Union ein Ausweg aus dem Dilemma? Würde das die fiskalischen und monetären Spannungen entschärfen? Wäre das der Anfang einer „goldenen“ Zukunft für die EWU und für Europa? Ist das mehr als eine Illusion? Oder steigt Deutschland aus? Ist das die künftige Realität?

Prof. (em.) Dr. Norbert Berthold (JMU) im Gespräch mit Prof. Dr. Gunther Schnabl (FvS, Uni Leipzig)

Teilnehmer:

Gunther Schnabl ist Direktor des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln und Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschafts-, Geld- und Währungspolitik.

Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Basel, Hamburg, Konstanz, Düsseldorf und Würzburg tätig. 

Podcasts zum Thema:

Eurobonds: Chancen und Risiken

Dr. Jörn Quitzau (BERGOS AG) im Gespräch mit Prof. Dr. Friedrich Heinemann (ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung)

Populismus in Europa trendet. Wackelt die EWU?

Prof. Dr. Norbert Berthold (JMU Würzburg) im Gespräch mit Prof. Volker Wieland, PhD (IMFS Frankfurt).

Blog-Beiträge zum Thema:

Uwe Vollmer (Uni Leipzig, 2026): Fiskalische Dominanz in der Eurozone?

Uwe Vollmer (Uni Leipzig, 2026): Europa auf dem Weg in die Fiskalunion

Vincent Stamer (CBK, 2025): Wie stark steigen die Staatsschulden im Euroraum?

Norbert Berthold (JMU, 2024): Europa in Zeiten des Populismus. Bewährungsprobe für die Europäische (Währungs)Union?!

Norbert Berthold (JMU, 2018): Antikapitalistisch, fremdenfeindlich und nationalsozial. Was hilft gegen Populisten?

Heinz Werner Rapp (FERI, 2020): Das Euro-Monster. Neustart oder Überforderung der EWU?

Norbert Berthold (JMU, 2018): 10 Gebote für die Eurozone. Die EWU entsteht über Regeln oder sie entsteht nicht

Norbert Berthold (JMU, 2015): Schuldenkrise, Austerität und Strukturreformen. Ein paar „einfache“ Wahrheiten über die EWU

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